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Tag der offenen Tür in Solingen
Auf einen Kaffee in die Ohligser Bahnhofsmission

Tag der offenen Tür in Solingen: Auf einen Kaffee in die Ohligser Bahnhofsmission
Stets ein freundliches Wort: Beim Tag der offenen Tür informierte die Bahnhofsmission über ihre Arbeit. Am Bahnsteig gab es auch Grillwürstchen. FOTO: Mak
Solingen. Seit 2012 befindet sich am Solinger Hauptbahnhof in Ohligs eine Bahnhofsmission. Um auf die Arbeit der Einrichtung aufmerksam zu machen, wird jedes Jahr ein "Tag der Bahnhofsmission" veranstaltet. So lud am Samstag auch die Solinger Bahnhofsmission zu einem Tag der offenen Tür ein.  Von Sandra Grünwald

Ein ständiges Kommen und Gehen herrscht am Bahnhof. Hier sind die Menschen unterwegs. Jeder hat ein Ziel, jeder trägt seine eigenen Probleme. Wer damit nicht alleine sein möchte, wer Hilfe braucht und sucht, wird sie in den 102 Bahnhofsmissionen finden, die es deutschlandweit gibt. Eine davon in Solingen. 

"Wir wollen uns bekannter machen", sagt Dieter Rietmann vom Caritasverband, der gemeinsam mit dem Diakonischen Werk die ökumenische Bahnhofsmission trägt. "Es gibt hier eine Anlaufstelle für alle Hilfesuchenden."

Vielfältig ist die Arbeit des siebenköpfigen Teams. Vom Koffertragen über Hilfe mit dem Rollstuhl bis hin zur Umsteighilfe, wenn Kinder auf Reisen sind. Die Bahnhofsmissionen sprechen sich ab und helfen den Kindern dann, den richtigen Zug zu finden. "Gestern erst war ein Kind hier, das seinen Tornister im Bus vergessen hatte", erzählt Dieter Rietmann. Auch diesem Kind konnte geholfen werden.

Jeden Mittwoch ab 10 Uhr gibt es in den Räumen der Bahnhofsmission ein Frühstück für alle Menschen, die gerne Gesellschaft haben möchten. "Alleinstehende, Senioren, Wohnungslose", zählt Rietmann auf. Jeder ist willkommen. Und immer ist der erste Kaffee kostenlos, wenn während der Öffnungszeiten von Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr jemand vorbeikommt. Der "Tag der Bahnhofsmission" stand in diesem Jahr unter dem Motto "Gemeinsam Wege gehen. Freiwillig. Solidarisch". Seit Gründung der ersten, damals evangelischen Bahnhofsmission im Jahr 1894 in Berlin, hat sich die Arbeit verändert. Ursprünglich wurden die Bahnhofsmissionen nach dem Vorbild der aus der Schweiz stammenden Bewegung "Freundinnen junger Mädchen" vor allem als Beistand für Frauen gesehen.

"Während der Industrialisierung gingen viele Landfrauen in die Städte, um Arbeit zu suchen", erzählt Dieter Rietmann. Damit diese Frauen nicht durch unseriöse Vermittler in der Ausbeutung oder gar Prostitution landeten, halfen die Bahnhofsmissionen den Frauen bei der Suche nach Arbeit und Unterkunft. Inzwischen ist es egal, ob ein Mann oder eine Frau, ein Junge oder ein Mädchen Hilfe braucht. Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission geben Auskunft, haben ein offenes Ohr und vermitteln gegebenenfalls an Fachstellen weiter.

Auf dem Bahnsteig in Solingen haben sie für den "Tag der Bahnhofsmission" einen Pavillon aufgebaut. Hier gibt es Kaffee, aber auch frisch gegrillte Würstchen und immer auch ein freundliches Wort.

Quelle: RP
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