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Solingen
Auf Nummer sicher gehen

Solingen. Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche in Solingen deutlich um 52 auf 260 zu. Gute Sicherungen an Fenstern, Balkon- wie Terrassentüren können Einbrecher aber abschrecken. Von Uwe Vetter

Hohe Bäume verdecken das Haus, Abstand zum Nebenhaus ist auch gegeben. "Solche Häuser", weiß Kriminalhauptkommissar Detlef Hohn, "werden von Einbrechern bevorzugt, weil die Entdeckungsgefahr geringer ist". Aber nicht nur Einfamilienhäuser, auch vor Mehrfamilienhäusern schrecken Täter nicht zurück. Über Regenfallrohre sind Balkone schnell erklettert. "Drei Meter Höhe schrecken nicht ab", weiß der 61-jährige Hauptkommissar, der im Polizeipräsidium Wuppertal für Kriminalprävention und Opferschutz zuständig ist.

Seit 43 Jahren ist Hohn bei der Polizei, seit 18 Jahren im Bereich Kriminalprävention und Opferschutz. Er weiß, dass ungesicherte Türen und Fenster in weniger als 20 Sekunden mit einem Schraubendreher, angesetzt zwischen Flügel und Rahmen, aufgebrochen werden können. Von daher ist eine gute Sicherung an Häusern und Wohnungen neben aufmerksamen Nachbarn mit die beste Garantie, Eindringlinge abzuwehren.

Schon beim Neubau sichern

Wie Sicherheit rund ums Haus aussieht, darüber informiert Detlef Hohn erneut auf der Immobilien-Ausstellung der Sparkasse am kommenden Sonntag. "Oft helfen verschließbare Griffoliven, Stangenverriegelungen oder nicht sichtbare Pilzzapfenverriegelungen an Fenstern und Türen", sagt Hohn. Das Nachrüsten bei Fenstern würde rund 250 Euro kosten, an Fenstertüren gut 400 Euro. Ebenerdige Terrassentüren würden von Einbrechern besonders gerne genutzt. "Zu 80 Prozent wissen die Täter auch, ob jemand im Haus ist", sagt der Kriminalhauptkommissar.

Ginge es nach ihm, würden Einbruchsicherungen schon bei Neubauten mit eingebaut: Verbundsicherheitsglas, umlaufende Pilzzapfenverriegelungen, abschließbare Griffoliven für Fenster und Fenstertüren: "Es ist besser, es von vornherein richtig zu machen, als hinterher nachzurüsten", meint der Kriminalhauptkommissar.

Aus seiner langen Berufserfahrung weiß Hohn, wie traumatisiert Einbruchsopfer mitunter sind: "Manche haben deswegen ihre Wohnung oder das Haus aufgegeben." Immerhin: Bei über 40 Prozent bleibt es bei Einbruchsversuchen, ein Drittel davon geht auf gute Sicherungen zurück.

Obwohl Solingen im Vergleich zu anderen Großstädten noch ein "Hort der Seligkeit" ist, wurden 2009 von der Polizei 260 Wohnungseinbrüche gezählt – 52 mehr als im Jahr davor. Die Aufklärungsrate ist mit 9,2 Prozent gering. "Wir sind froh über jeden Einbruch, der scheitert", sagt Hohn. Bei ihm können sich Interessenten im Polizeigebäude an der Goerdelerstraße immer dienstags nach Anmeldung auch beraten lassen (Telefon 0202/284 18 13).

Quelle: RP
 
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