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Solingen
Aus Johnson Controls wird "Adient"

Solingen. Das US-Unternehmen gliedert die Sparte Automotive aus - Solinger Standorte sind betroffen. Von Uwe Vetter

Einst waren sie bei CRH Rob. Hammerstein beschäftigt, nach der Übernahme durch Johnson Controls steht für die Mitarbeiter des Automobilzulieferers an der Merscheider Straße (330) und an der Mühlenstraße (420) nun eine weitere Änderung des Firmennamens ins Haus - und nicht nur das. Denn Johnson Controls mit den drei tragenden Säulen Gebäude, Batterien und Automotiv gliedert den Automobilbereich gänzlich in ein eigenes Unternehmen für Autositze und Produkte in Fahrzeuginnenräumen aus und nennt dieses künftig "Adient". "Das neue Unternehmen geht auch an die Börse", erklärt Firmensprecher Ulrich Andree von der Europa-Zentrale von Johnson Controls in Burscheid. "Adient" stamme aus dem Lateinischen und stehe dafür, eine Situation oder einen Impuls zu akzeptieren und weiterzuentwickeln, heißt es. "Dies verdeutlicht unseren permanenten Antrieb, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und uns ständig zu verbessern", sagt der neue Chef von Adient, Bruce McDonald. Johnson Controls plant die Ausgliederung seines Automotive Experience-Geschäftes zum Oktober dieses Jahres.

Dass die Namensänderung und der damit verbundene eigenständige Börsengang jetzt vollzogen werden, davon war die Industriegewerkschaft Metall Remscheid-Solingen nicht überrascht. "Das war langfristig geplant und ist den Beschäftigten an den vier Standorten im Bergischen auch mitgeteilt worden", sagt Gewerkschafter Marko Röhrig.

Der erste Bevollmächtigte sieht indes "an den vier Standorten nach wie vor Ängste bei den Mitarbeitern", zumal Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Betroffen seien die Verwaltung und die Bereiche Forschung und Entwicklung. Weltweit beschäftigt die Automotive-Sparte rund 77.000 Mitarbeiter, darunter 25.000 im Angestelltenbereich. "Davon sollen fünf Prozent abgebaut werden", bestätigt Ulrich Andree. In Deutschland solle dies überwiegend auf freiwilliger Basis vollzogen werden, so der Sprecher von Johnson Controls.

Konkrete Informationen, wie viele Mitarbeiter letztlich in der Region betroffen sind, konnte der Sprecher von Johnson Controls gestern nicht liefern. "Die Sorge und Verunsicherung in den Belegschaften ist deshalb groß, standortübergreifend", sagt Marko Röhrig von der IG Metall mit Blick auf die beiden Solinger Unternehmen sowie je eines in Remscheid und in Burscheid.

Quelle: RP
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