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Solingen
Aus Pestalozzi- wird Rothstein-Schule

Solingen: Aus Pestalozzi- wird Rothstein-Schule
Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Schulleiterin Susanne Wywiol und Dezernentin Dagmar Becker (v.l.) feierten beim Namensgebungsfest an der Erika-Rothstein-Schule mit. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Drei mehr oder weniger rote Steine, verbunden durch einen Kreis: Die ehemalige Pestalozzischule hat nicht nur eine neue Bezeichnung, sondern auch ein neues Logo. Gestern Mittag wurde es bei der Namensgebungsfeier der Erika-Rothstein-Schule vorgestellt. Von Fred Lothar Melchior

Die Städtische Förderschule hatte in ihre Gebäude an der Fritz-Reuter-Straße eingeladen, der zweite Standort liegt an der Deller Straße.

"Endlich ist unser Wunsch, einen neuen Schulnamen zu erhalten, in Erfüllung gegangen", begrüßte Leiterin Susanne Wywiol die Gäste aus Politik und Verwaltung, die mit Eltern, Lehrern und Schülern die Turnhalle füllten. 2014 waren die drei Solinger Förderschulen Lernen als "Pestalozzischule" zusammengelegt worden. In diesem Sommer hatten Stadtrat und Schulaufsicht der Umbenennung zugestimmt. Seit 1. August trägt die Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung (Primarstufe) den Namen der früheren Bürgermeisterin und SPD-Landtagsabgeordneten.

Zum Neuanfang gehöre auch ein neuer Name, betonte Susanne Wywiol. Als Namensgeberin habe man eine Frau mit Bezug zur Schule und mit festen Werten gesucht - und sei sehr schnell auf Erika Rothstein gestoßen. Die mit dem Ehrenring der Stadt und dem "Silbernen Schuh" ausgezeichnete Politikerin saß auch dem Förderverein der Comeniusschule vor. Sie wurde wie die Diesterwegschule im Rahmen der Fusion aufgelöst.

Erika Rothstein habe sich für die "Kultur der Vielfalt" eingesetzt, betonte die Sonderschulrektorin, die Schüler aus mehr als 20 Nationen in ihren Klassen hat. Beeindruckt habe auch der "tabulose Umgang mit ihrer Demenzerkrankung". Rothstein starb 2015 im Alter von 79 Jahren. "Sie war eine ganz besondere Frau", unterstrich Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Erika Rothstein, "bekannt wie ein bunter Hund", habe sich immer darum gekümmert, dass es möglichst vielen gut ging. Kurzbach: "Die Stadt Solingen ist stolz auf dieses mutige Kollegium."

Ein Kollegium, das viele Aufgaben schultert und viele Überstunden vor sich herschiebt, wie die Schulleiterin erläuterte. Die 40 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten nicht nur die 196 Schüler der Erika-Rothstein-Schule, sondern pendeln auch zu anderen Lehranstalten, die inklusiven Unterricht anbieten. Zurzeit sind drei Stellen für Lehrkräfte ausgeschrieben. Wywiol: "Wir finden aber keine Kolleginnen und Kollegen mehr, die bei uns arbeiten möchten."

Vom täglichen Stress war gestern allerdings in der "Festival-Atmosphäre" (Kurzbach) wenig zu spüren: Saxofonist Wolf Codera trat zusammen mit den beiden Schülerbands sowie der Trommelgruppe auf und war beeindruckt. "Erstaunlich diszipliniert und sehr motiviert" seien die jugendlichen Musiker gewesen, mit denen er nur zum Teil und nur einmal proben konnte. Für die Stücke von Adele, Ich + Ich, Mia und Sarah Connor gab es lang anhaltenden Applaus - und für Seira Groß (13, Keyboard, Gesang) und Antonino Cosenza (14, Gesang) eine besondere Belohnung: Sie treten am 14. November als Solisten in der Rubrik Talente des Monats bei einer der nächsten "Session Possible" im Alten Solinger Bahnhof auf. Bei dem Termin, zu dem Wolf Codera Bandmitglieder von Sarah Connor mitbringt, werden auch weitere Schüler der Erika-Rothstein-Schule mitsingen.

Quelle: RP
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