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Veranstaltungsreihe
Ausgelassene Soli würzen die Session Possible

Ausgelassene Soli würzen die Session Possible
Wolf Codera (l.) zählt rund 400 Profi-Musiker zum festen Pool, die er bei der Veranstaltungsreihe auf die Bühne holt. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Seit neun Jahren holt Wolf Codera Profi-Musiker in immer neuen Konstellationen nach Solingen, um mit Soul- und Popmusik zu begeistern. Von Philipp Müller

Die Session Possible in der Alten Schalterhalle hat noch gar nicht angefangen, da sitzt Régis Noël schon auf dem Dach des früheren Bahnhof-Kiosks. Gleich wird er fast drei Stunden lang seine Express-Aquarelle von Musikern malen und über einen Beamer an die Wand werfen. So tut er das seit neuen Jahren. Denn so lange gibt es die Show von Organisator Wolf Codera schon. Am Montagabend wurde der Geburtstag mit gleich neun Sängerinnen, Sängern und Instrumentalisten gefeiert.

Die Band hat am späten Nachmittag kurz die Einsätze geprobt. Schon geht es ab auf die Bühne, die aus zwölf Bühnenelementen besteht und so eine 24 Quadratmeter große Soul- und Popmusik-Arena bildet. Schon früh wird ein Klassiker "verheizt": James Browns "Sexmachine". Zum Schluss darf der Entertainer Ray Scott Pardue einige Akkorde auf dem Keyboard anspielen. Der Meister der Tasten selbst, Axel Steinbiss, tritt zum Finale mit dem Fuß volles Rohr in die Tasten. Die Menge johlt und Wolf Codera erklärt: "Das ist nicht geprobt". Showelemente, lange, ausgelassene Soli der Musiker würzen die Session.

Die heutige Erfolgsgeschichte war zunächst gar keine. Einige Dutzend Zuschauer, maximal 100 verloren sich zu Beginn im Alten Bahnhof, erinnert sich Thorsten Steinhaus. Der Geschäftsführer des gleichnamigen Restaurants hatte die Idee, den Session-Macher für den Montagabend monatlich nach Solingen zu holen. Das war wirtschaftlich aber nicht sinnvoll. Erst eine Medien-Offensive machte bekannter, was Wolf Codera mit seiner Idee wollte, wen er alles in die Klingenstadt holte.

Das Konzept hat sich seit der Gründung der Session Possible als Leitfaden bis heute nicht geändert. In der Regel sind es ein Schlagzeuger, ein Bassist für den Rhythmus, ein Gitarrist, zwei Sänger für die Melodien und ein über allem thronender Keyboarder als "Musical Director", die das Grundgerüst bilden. Dazu streut Codera Saxofon-Soli ein.

Wenn man danach fragt, warum das heute noch funktioniert, dann stehen Roger Kuckelbergs Worte am besten Pate. "Ich schätze die wechselnden Musiker. Es ist immer wieder eine Überraschung, was da kommt." Er muss es wissen, kommt er doch mit seiner Frau und Freunden seit neun Jahren fünf bis sechs Mal pro Jahr zur Session.

Codera rechnet hoch: 400 Profi-Musiker zählt er zum Pool seiner Sessions, die in verschiedenen Städten im Ruhrpott stattfinden. Auf 1200 Namen komme er, zähle er alle zusammen, die in den vergangenen neun Jahren mit ihm spielten. Auf 4000 Köpfe schätzt Thorsten Steinhaus den Fankreis - rund 400 davon kommen im Schnitt jeden zweiten Montag im Monat. "Es sind immer mehr Auswärtige dabei", erzählt der Restaurantchef. Für ihn zählt der Spaß, denn "Gewinn mache ich immer noch nicht. Wenn eine Schwarze Null steht, bin ich zufrieden."

"Es gab in neun Jahren noch niemals eine schlechte Session", erzählt Adriane Stanscheit. Sie und Marc van Remmen haben "höchstens drei Sessions verpasst." Was lieben sie ? "Dass es jedes Mal anders ist", sagt van Remmen. Und überraschend. Der Gitarrist des Abends, Mirko van Stiphaut, hat Ronnie mitgebracht. Im Stil von Jimi Hendrix rockt er mit falsch herum gehaltener Gitarre den Saal.

Quelle: RP
 
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