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Solingen
Ausschreitungen überschatten Fußball-Wochenende

Solingen. Randalierende Fußballfans haben am Wochenende gleich bei zwei Spielen in Solingen für zum Teil massive Polizeieinsätze gesorgt. Die Polizei konnte Krawalle nach einem Pokalspiel in Wald nur durch einen massiven Einsatz beenden.  Von Martin Oberpriller

Nachdem sich Solinger, Düsseldorfer und Duisburger Chaoten bereits am Freitag beim Pokalspiel des SV Post Solingen gegen den MSV Duisburg im Walder Stadion daneben benommen hatten, eskalierte am Sonntag auch die Situation rund um die Bezirksliga-Partie SV DITIB - Union Solingen auf der Anlage am Weyersberg. Weil sowohl Spieler als auch Fans aufeinander losgegangen waren, brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Und die Polizei musste zum zweiten Mal innerhalb von nur 48 Stunden eingreifen.

"Als wir eintrafen, hatte sich die Lage allerdings schon wieder etwas beruhigt", hieß es später vonseiten der Polizeileitstelle. Gleichwohl kritisierten manche der eingesetzten Beamten das Verhalten einiger Vereinsoffizieller. "Die Kommunikation ließ doch sehr zu wünschen übrig", betonten die Polizisten, die sich zudem darüber beklagten, dass sie nicht mit dem betroffenen Schiedsrichter hätten reden können.

Während also den zur Hilfe gerufenen Streifenwagen-Besatzungen am Sonntagnachmittag am Weyersberg nichts anderes übrig blieb, als die Personalien einiger mutmaßlich an der Schlägerei beteiligter Personen aufzunehmen und ansonsten unverrichteter Dinge wieder abzuziehen, hatte sich die Situation am Freitagabend nach dem Pokalspiel in der Jahnkampfbahn hingegen entschieden dramatischer entwickelt. Dort gelang es den Einsatzkräften der Polizei nämlich erst nach einem massiven Vorgehen, die randalierenden Fans unter Kontrolle zu bringen. Unter anderem setzten die Beamten Pfefferspray ein, um der Lage Herr zu werden.

Insgesamt hatten sich nach Schätzungen der Polizei nach dem Abpfiff der Pokal-Begegnung zwischen dem Kreisligisten Post SV und dem Tabellenführer der Dritten Liga aus dem Ruhrgebiet rund 60 Fans von Union Solingen, Fortuna Düsseldorf sowie dem MSV Duisburg an den Ausschreitungen beteiligt, wobei vor allem die teilweise offen zur Schau gestellte Brutalität einiger Randalierer auch noch zwei Tage später schockierte.

"Einem der eingesetzten Polizisten wurde beispielsweise von den Chaoten der Helm vom Kopf gerissen. Und danach haben diese Krawallmacher dann auf ihn eingeschlagen und eingetreten", schilderte ein Kollege des am Ende glücklicherweise lediglich leicht verletzten Beamten die Szenen nach dem Schlusspfiff vor der Jahnkampfbahn.

Nach dem Eindruck vieler Einsatzkräfte sowie zahlreicher unbeteiligter Augenzeugen hatten es die Randalierer am Freitagabend dabei von Beginn an vor allem darauf abgesehen, die Polizeibeamten zu attackieren.

Quelle: RP
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