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Solingen
Ausstellungen mit berührenden Bildern

Solingen: Ausstellungen mit berührenden Bildern
"Sehr persönlich sind die Bilder und Texte. Es gehört viel Mut dazu, sie öffentlich zu machen", sagt Pfarrer Hartmut Schneider (l.), hier neben Monique Klesper, Lucas Maximilian Szikszai und Sabrina Hackländer (r.). FOTO: Martin Kempner
Solingen. Anlässlich der Friedensdekade, die unter dem Motto "Grenzerfahrung" steht, lädt die Evangelische Kirche Wald mit zwei Ausstellungen zur Auseinandersetzung ein. Von Sandra Grünwald

Die diesjährige bundesweite Friedensdekade der Evangelischen Kirche steht unter dem Motto "Grenzerfahrung". Ein Motto, zu dem sich die Evangelische Kirche Wald gleich zwei Ausstellungen ins Haus geholt hat, die unterschiedlicher nicht sein könnten. So geht es bei der in der Citykirche gezeigten Ausstellung "Hibakusha weltweit" um die Gesundheits- und Umweltfolgen rund um Urangewinnung, Unfällen in Atomkraftwerken, Atomtests, den Abwurf von Atombomben bis hin zur Entsorgung des Atommülls.

"Hibakusha" wurden die Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki genannt. Inzwischen wurde der Begriff internationalisiert. Auch die Überlebenden der Atomwaffentests im Pazifik oder Nevada und die Betroffenen von Fukushima nennen sich so.

Die Ausstellung der "Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs" macht auf ausgewählte Orte aufmerksam, an denen sich die katastrophalen Folgen für Umwelt und Gesundheit zeigen.

Eine völlig andere Ausstellung ist dagegen im Kirchencafé zu sehen. Unter dem Titel "Was ich dir bringe" haben sich Studierende des Bergischen Kollegs mit den Themen "Heimat und Fremdsein" literarisch und künstlerisch auseinandergesetzt. "Es haben 47 Studierende zwischen 20 und 30 Jahren mitgemacht", erzählt Susanne Kapp, Mitglied der erweiterten Schulleitung. Eine Schreibwerkstatt wurde eingerichtet, wo die Teilnehmer Geschichten verfassen konnten. "Parallel dazu wurden im Kunstunterricht Bildergeschichten gestaltet", sagt Kunstpädagoge Matthias Braune.

Die Studierenden sind aus 30 Nationen, auch aus Deutschland. Die Bilder zeigen Fluchtgeschichten, Ängste, aber auch das Erleben von Heimat. "Die Heimat und das Fremde, aber auch das Fremde in der Heimat", erklärt Braune. Monique Klesper hat eine Geschichte in englischer Sprache verfasst, aber auch ein Bild mit Baum gestaltet. "In den Wurzeln sieht man meine Vergangenheit, in der Baumkrone, wie ich mir meine Zukunft vorstelle", erklärt sie. Sie habe viele neue Sichtweisen gewonnen.

Lucas Maximilian Szikszai zeichnete sich selbst zwischen dem Druck der Gesellschaft und den Säulen seiner Freunde, die ihm Halt geben. "Es war eine Herausforderung, die Gefühle bildlich darzustellen", sagt er. Sabrina Hackländer weiß von ihrer Schulkameradin, dass ihr das Schreiben geholfen hat. "Es war ein Sprachrohr", sagt sie. In ihrer Geschichte verarbeitet sie ihre Schwierigkeiten, als Usbekin die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen.

"Die Bilder und Texte sind sehr persönlich", betont Pfarrer Hartmut Schneider. "Es gehört viel Mut dazu, sie öffentlich zu machen." So sollen die Texte auch in den Abschlussgottesdienst der Friedensdekade eingebunden werden.

Quelle: RP
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