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Solingen
Auto-Nostalgie an historischem Arbeitsplatz

Solingen. Die Gäste beim 1. Oldtimertreffen präsentierten über 50 historische Fahrzeuge auf dem Parkplatz des Industriemuseums. "Da hängen oft persönliche Geschichten dran", sagte Museumsdirektor Dr. Jochem Putsch. Von Alexander Riedel

Sichtlich beeindruckt umrundete Besucher Jens Christian Janser den ebenso wuchtigen wie eleganten schwarzen Cadillac aus dem Jahr 1958: "Damit kommt man aber in keine Parklücke", scherzte er. Auch die anderen historischen Modelle beim 1. Oldtimertreffen auf dem Gelände des LVR-Industriemuseums an der Merscheider Straße zogen am Samstag verzückte Blicke der Gäste auf sich und regten zum Fachsimpeln und zum Austausch von Anekdoten an.

"Da hängen oft persönliche Geschichten dran", sagte Museumsdirektor Dr. Jochem Putsch als Gastgeber. Sein Beitrag zum Treffen der Autoliebhaber waren ein alter Renault 4 aus den 1960er Jahren und ein Peugeot 203, der im Jahr 1955 vom Band gelaufen war.

"Das ist auch mein Baujahr", verriet Putsch. Sein Sohn habe den Wagen in einer Scheune in Frankreich entdeckt. "Ich hatte das Gefühl, da muss man sich drum kümmern", sagte der Museumsdirektor. Ein Schrauber sei er aber nicht, betonte Putsch. Auch den Hang anderer Oldtimerfreunde, ihr altes Schmuckstück durch neuen Lack in den Zustand früherer Jahre zurückzuversetzen, teilt er nicht: "Die Patina gehört für mich dazu." Die Verbindung zwischen dem Schauplatz an der Gesenkschmiede Hendrichs und den Nostalgie-Autos sieht Museumsdirektor Putsch in der Pflege Kulturgutes.

Eigene Erinnerungen mit einem ausgestellten Fahrzeug verband auch Bernd Küllenberg von den Oldtimerfreunden der Feuerwehr Solingen. Die hatten ein Einsatzfahrzeug vom Hersteller Magirus mit Drehleiter aus dem Jahr 1958 auf das Museumsgelände mitgebracht.

"Das habe ich ganz zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn noch kennengelernt", berichtete Küllenberg. Um solche Erfahrungen drehten sich auch Gespräche mit Gästen: "Auf mich kommen immer wieder ältere Leute zu, die erzählen, dass sie zum Beispiel bei Magirus die Lehre gemacht haben."

Doch die allesamt mehr als drei Jahrzehnte alten Fahrzeuge üben auch auf jüngere Generationen, die sie eher aus Filmen oder Museen kennen, eine große Faszination aus: "Die alten Autos haben einen besonderen Charme", sagte Jens Christian Janser, dessen Lieblingsmarken Opel und VW sind. Einen eigenen Oldtimer habe er zwar noch nicht, gestand er. "Aber wenn es sich ergibt, würde ich gern irgendwann einen VW T1 kaufen."

Die wachsende Begeisterung für historische Autos untermauert auch ein Blick in die Statistik: 1137 Oldtimer mit H-Kennzeichen für Fahrzeuge, die zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes gehören, sind derzeit in Solingen zugelassen - rund 100 mehr als im vergangenen Jahr.

Quelle: RP
 
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