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Solingen
Autohaus Stamm produziert eigenen Honig

Solingen: Autohaus Stamm produziert eigenen Honig
Honig von den eigenen Bienen (v.l.): Imkerei Laura Schäfer und Uwe Stamm, Geschäftsführer des Auto-Treffpunktes Stamm. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Auto-Treffpunkt Stamm an der Bismarckstraße unterstützt ein innovatives Naturschutzprojekt. Im heimischen Garten der Stamms gibt es nun drei Bienenvölker. Von Uwe Vetter

Im Auto-Treffpunkt Stamm (Suzuki, Seat, Skoda, Dodge) an der Bismarckstraße arbeiten 23 Mitarbeiter. Seit diesem Frühjahr sind es eigentlich viel mehr. Denn der Geschäftsführer des Autohauses sicherte sich die tatkräftige Unterstützung von gleich drei Bienenvölkern mit insgesamt rund 150.000 Bienen. Die waren fleißig, und so konnte nun immerhin 60 Kilogramm heimischer Honig geerntet werden. "Alle Kunden, die einen neuen Suzuki bei uns kaufen, bekommen bei der Übergabe ein Glas Honig made in Solingen überreicht", sagt Uwe Stamm mit Blick auf das kleine Gläschen mit rund 125 Gramm Inhalt.

Naturschutz direkt vor der Haustür - der Auto-Treffpunkt Stamm war von dieser Idee sofort überzeugt. Denn über das Unternehmer-Netzwerk BNI (Business Network International) hörte er von der Essener Imkerin Laura Schäfer, die Bienenvölker vermietet und in Essen ebenfalls im BNI aktiv ist. "Es gibt zu wenig Bienen", weiß Uwe Stamm. Das sei mit ein Beweggrund gewesen, drei Bienenvölker zu mieten und so etwas für die Umwelt beziehungsweise für die Natur zu tun.

Die Umwelt fördern - das liegt Uwe Stamm ja auch im eigenen Betrieb am Herzen. "Wir rüsten Autos auf Gas um, das mindert den CO2-Ausstoß", sagt der Unternehmer. Im heimischen Garten in der Nähe vom Bärenloch hat er nun drei Bienenvölker, um die sich die Vermieterin auch kümmert. "Ein Mal in der Woche komme ich vorbei, im Sommer aber öfter", sagt Laura Schäfer.

Die Bioland-Imkerin aus Essen hat zurzeit 20 Bienenvölker vermietet, überdies hat sie 70 eigene. Alle mit rund je 50.000 Bienen. "Es gibt zu wenig professionelle Imker, die heimischen Honig produzieren könnten", sagt sie. Faulbrut oder Varroamilben machen den heimischen Honigbienen überdies zu schaffen. Und obwohl es in Deutschland viele Grünflächen gibt, müssen große Mengen Honig aus dem Ausland importiert werden: "80 Prozent", sagt Laura Schäfer. Standorte für Bienenvölker in der Stadt sieht Imkerin Laura Schäfer gar nicht kritisch - im Gegenteil: "Bienenstöcke können eigentlich überall stehen. Sie fliegen einen Radius von etwa drei Kilometern ab. Und in der Stadt gibt es mit Pestiziden nur wenig Probleme." Vor Jahren gab es beispielsweise auch auf dem Dach des Theater und Konzerthauses zwei Bienenstöcke, die dann im vergangenen Jahr auf dem Gelände der Gesamtschule Höhscheid eine neue Heimat gefunden hatten. Der Solinger Imkerverein und eine Imker-AG der Schule kümmern sich um die zwei Bienenstöcke.

Laura Schäfer, Inhaberin der Firma "Bees for Lease" freut sich jedenfalls, dass sie neben Gärtnereien, Dachdecker-Firmen und anderen Unternehmen nun auch ein Solinger Autohaus als Kunden zu ihren Kunden zählen kann. Sie hofft, dass weitere Firmen oder Gartenbesitzer dazu animiert werden, auf diese Weise etwas für den Umweltschutz zu tun. Und es braucht nicht einmal viel Platz für Unternehmen, um über das innovative Naturschutzprojekt "50.000 neue Mitarbeiter" einzustellen: Ein Bienenvolk benötigt gerade einmal einen Quadratmeter auf dem Firmengelände beziehungsweise -dach.

Quelle: RP
 
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