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Jens Stuhldreier
Bärenloch als Spielparadies für Kinder

Jens Stuhldreier: Bärenloch als Spielparadies für Kinder
Spielmobil-Chef Jens Stuhldreier kann während der Bärenwoche auf die Unterstützung eines 25-köpfigen Teams von Pädagogen, Sozialarbeitern und Honorarkräften sowie weiteren Ehrenamtlern zählen. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Leiter des Spielmobils bei der städtischen Jugendförderung stellt das "Bärenwoche"-Programm zum Ferienbeginn vor.

Welche Neuheiten erwarten die Schulkinder, die in der ersten Woche der Sommerferien das Bärenloch besuchen?

Stuhldreier Neben vielen bewährten Attraktionen der vergangenen Jahre gibt es diesmal ein Theaterprojekt. In einem kleinen Zirkuszelt können sich die Kinder entfalten, etwas ausprobieren und kleine Szenen einstudieren. Das ist ein offenes Angebot, bei dem man auch im Verlauf der Woche ein- und wieder aussteigen kann. Zudem wird sich vieles um das Thema Ernährung drehen: Wir haben eine Pizzastation und die Kinderkochwerkstatt zu Gast. Auch die Häuser der Jugend, der offene Ganztag der Grundschule Gerberstraße und die Kita Zwergenland beteiligen sich.

Wie viele Helfer werden dann vor Ort sein?

Stuhldreier Es sind insgesamt 25 Pädagogen, Sozialarbeiter und Honorarkräfte dabei. Hinzu kommen aber auch einige Ehrenamtler. Über unsere Arbeit mit dem Spielmobil sind auch viele Kinderhelfer dabei, die Spaß haben, mitzuhelfen. Eine große Unterstützung ist auch notwendig, weil wir am Tag im Durchlauf bis zu 1000 Kinder auf der Anlage haben. Wichtig ist zu sagen: Die Bärenwoche ist ein offenes Angebot - wir sind keine Betreuer, bei denen man die Kinder an- oder abmelden kann. Daher möchten wir die Eltern darum bitten, die jüngeren Kinder zu begleiten.

Welche Zielgruppe erreicht das Programm?

Stuhldreier Grundsätzlich richtet sich unser Angebot an Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Trotzdem sind natürlich auch ältere Gäste willkommen. Auch ein 13- bis 14-Jähriger hat vielleicht Spaß daran, im kleinsten Proberaum der Welt Musik zu machen oder eine Runde mit dem Kanu zu fahren. Insgesamt kommt die größte Gruppe schon aus der näheren Umgebung des Bärenlochs. Die Nachbarskinder sind auch oft die ganze Woche dabei. Mittlerweile haben wir aber auch viele Besucher aus anderen Stadtteilen.

Wie sammeln Sie Ideen für die jeweils nächste Auflage ?

Stuhldreier Wir fangen im Herbst an mit den Überlegungen, welche Schwerpunkte wir setzen könnten. Mitbeteiligt dabei sind immer Günther Schmitz, der den Kinder- und Jugendtreff Aufderhöhe leitet und lange die Bärenwoche organisiert hat, sowie zwei Honorarkräfte bei der Jugendförderung. Außerdem führen wir viele Telefonate mit unseren Partnern und tauschen uns aus. Man muss sich immer Gedanken machen, was gerade besonders gefragt ist. In den 90er Jahren haben zum Beispiel einen Zugang zum Internet angeboten, als das noch kaum jemand hatte. Heute wäre so etwas natürlich nicht mehr interessant. Diesmal gibt es zum Beispiel eine Holzwerkstatt, weil viele Kinder eben nicht mehr die Möglichkeit haben, in der Werkstatt des Vaters zu basteln. Neu dabei ist auch der Stadtdienst Integration.

Wie steht es um die Finanzierung ?

Stuhldreier Es gibt ein Budget bei der Stadt über rund 10.000 Euro, das in jedem Jahr für die Bärenwoche reserviert ist. Das deckt auch die Bezahlung der Honorarkräfte und die Beschaffung von Materialien.

Runde zwei Jahrzehnte gibt es nun die Bärenwoche. Wie hat sie sich aus Ihrer Sicht entwickelt ?

Stuhldreier Die Idee war ja damals nach dem Brandanschlag - diesen Ort, an dem sich auch Täter getroffen hatten - positiv zu besetzen. Das ist auch vollauf gelungen. Mittlerweile habe ich Eltern von Besuchern der Bärenwoche getroffen, die das Angebot schon selbst wahrgenommen hatten. Natürlich ist unsere Veranstaltung immer auch wetterabhängig. Unsere Erfahrung ist aber: Wenn der erste Tag schön wird, dann kommen die Gäste auch den Rest der Woche hindurch.

ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
 
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