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Solingen
Bedrohungen gegen Flüchtlingshelfer

Solingen: Bedrohungen gegen Flüchtlingshelfer
Zieht sich zurück: Reinhard Burski. FOTO: Kempner, Martin
Solingen. Reinhard Burski von "Gräfrath hilft" gibt nach Todesdrohung Ehrenämter auf. Von Martin Oberpriller

Die Nachricht hat in den sozialen Netzwerken in den zurückliegenden Tagen bei vielen Solingern für Bestürzung gesorgt. Weil er zuletzt sogar eine Todesdrohung in seinem Briefkasten fand, wird Reinhard Burski, einer der führenden Köpfe der Initiative "Gräfrath hilft" und Gründer der Gruppe "Solinger helfen Solingern", sein ehrenamtliches Engagement mit sofortiger Wirkung beenden. Das teilte Burski, der überdies Mitglied in der Bezirksvertretung (BV) Gräfrath ist, jetzt via Facebook mit.

"Am Ende waren es einfach zu viele Dinge, die mich gestört haben", begründete Burski seinen Schritt gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Zwar sei er angesichts der Bedrohung persönlich nicht sonderlich beunruhigt gewesen und habe deshalb auch keine Anzeige erstattet. Dennoch müsse er gleichzeitig an seine Familie denken, sagte Reinhard Burski, der zudem den bürokratischen Umgang einiger Stadtbeamter mit Flüchtlingen beanstandete.

Die Stadtspitze um Oberbürgermeister Tim Kurzbach nahm Burski bei seiner Kritik ausdrücklich aus. Gleichwohl sei es aber nicht nachvollziehbar, dass Flüchtlinge bei allen möglichen Problemen im Rathaus vorsprechen müssten. Reinhard Burski: "Die Leute verstehen oft gar nicht, was von ihnen verlangt wird".

Bei "Gräfrath hilft" sorgte Burskis Ankündigung, sich zurückzuziehen, derweil für großes Bedauern. So sei er am vergangenen Wochenende von etlichen Mitstreitern auf sein Vorhaben angesprochen worden, sagte das BV-Mitglied. "Viele haben mich gebeten, kürzerzutreten, aber aktiv zu bleiben", berichtete Burski. Sein Entschluss stehe jedoch fest. "Ich habe oftmals bis zu zwölf Stunden täglich für mein ehrenamtliches Engagement aufgebracht", betonte der Gräfrather, der ausschloss, von seinem Rücktritt noch einmal zurückzutreten. "Wenn ich etwas ein bisschen mache, dann bin ich schnell wieder ganz dabei", so Reinhard Burski.

Quelle: RP
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