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Solingen
Begegnungsfest für Neu-Solinger

Solingen. Die ehrenamtliche Initiative "Gräfrath hilft" hat sich zur Aufgabe gemacht, Flüchtlingen den Start in ihrer neuen Heimat zu erleichtern. Von Sandra Grünwald

Während auf dem Fußballplatz die Kids trainieren, haben sich auf dem grünen Gelände daneben zahlreiche Besucher eingefunden. Der Duft frisch gegrillter Leckereien verbreitet sich und vermischt sich mit dem der Shishas. Es ist eine ausgewogene Mischung aus Alt- und Neu-Solingern, die auf dem Sportplatz des BV Gräfrath zusammengekommen ist, um ein Fest der Begegnung zu feiern.

Die Neu-Solinger - den Begriff "Flüchtlinge" mögen sie nicht so gerne - identifizieren sich bereits stark mit ihrer neuen Heimat. Wie stark, hat Reinhard Burski während der Fußball-Europameisterschaft gesehen. "Die saßen alle vor ihren Fernsehern und haben die Deutschland-Fahne geschwenkt", erzählt er und lacht. Er gehört der ehrenamtlichen Initiative "Gräfrath hilft" an, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Neu-Solingern den Start in der neuen Heimat zu erleichtern.

Dazu gehört natürlich in erster Linie die Sprache. Mit ihren Sprachkursen hat "Gräfrath hilft" inzwischen erreicht, dass such die Verständigung erheblich verbessert hat. Und sollte trotzdem einmal ein sprachliches Problem auftreten, so kann die Initiative auf junge Leute zurückgreifen, die diese Probleme als Dolmetscher aus dem Weg räumen können. Vieles hat "Gräfrath hilft" bereits erreicht, doch für die Initiative war dies nur ein erster Schritt. Jetzt, da die meisten Neu-Solinger in Privatwohnungen umziehen, geht es vor allem darum, bei der Wohnungssuche zu helfen und Möbel zu vermitteln.

Das Lehrerteam hat sich entschlossen, noch mal einen Sprachkurs für Anfänger anzubieten. "Wir haben die Phase der Kleiderkammer überwunden", betont Burski. Jetzt gehe es um Integrationsarbeit. "Die Menschen möchten sich sehr gerne hier integrieren", hat er bereits die Erfahrung gemacht. Was jedoch häufig nicht so einfach ist, da die kulturellen Unterschiede erst überwunden werden müssen. So plant Reinhard Burski, im August zusammen mit Lisann Käsch einen Kurs zum Thema "Grundgesetz" anzubieten. "Wir möchten den Neu-Solingern die Besonderheiten unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaft näher bringen", erklärt Burski. Zum Beispiel die Gleichberechtigung der Frau. In Diskussionsrunden soll hier Wissen vermittelt werden.

Viel Arbeit kommt auch weiterhin auf die Initiative "Gräfrath hilft" zu - aber die kann auf zahlreiche Schultern verteilt werden. "Gräfrath hilft ist in der Tat Gräfrath", sagt Burski. So sind neben Feuerwehr und Kirchen auch alle Gräfrather Vereine und etliche Privatleute mit im Boot.

Zum Begegnungsfest waren viele gekommen. Nicht nur, um beim Elfmeterschießen einen Pokal zu ergattern, sondern vor allem, um bei Essen und Trinken ins Gespräch zu kommen. Denn das war das erklärte Ziel des Festes, wie Reinhard Burski betont: "Dass die Leute miteinander reden, sich kennenlernen und die Ängste vor dem Fremden überwinden."

Quelle: RP
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