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Milena Feith
Beherzt für junge Politik in der Stadt eintreten

Milena Feith: Beherzt für junge Politik in der Stadt eintreten
Milena Feith hat sich vier Jahre im Jugendstadtrat engagiert. FOTO: mak
Solingen. Die Schülerin war vier Jahre lang im Jugendstadtrat (JSR) - zuletzt als Vorsitzende. Die 19-Jährige startet nun in eine Zukunft mit vielen Plänen.

Erinnern Sie sich noch an Ihren Entschluss, Mitglied des Jugendstadtrats zu werden?

Feith Es ist nicht so, als ob dies schon lange mein Ziel gewesen wäre. Meine Schwester hat kandidiert. Damals hatte ich noch kein Interesse, mich im Jugendstadtrat zu engagieren. Erst später habe ich mich intensiver mit den Aufgaben und Möglichkeiten im Jugendstadtrat beschäftigt und wollte ein Teil davon sein.

Nun hören Sie auf. Warum?

Feith Das hat ganz praktische Gründe. Ich war vier Jahre lang dort Mitglied und gehörte somit dem achten und neunten Jugendstadtrat an. In den letzten anderthalb Jahren als Vorsitzende. Man kann nur im Alter zwischen 14 und 17 in den JSR hineingewählt werden. Ich bin nun also schlichtweg zu alt dafür (lacht). Nein ernsthaft, ich habe gerade Abitur gemacht und viele weitere Zukunftspläne, die ich nun gerne verwirklichen möchte.

Mit welchen Wünschen sind Sie vor vier Jahren in den JSR gegangen?

Feith Rückblickend würde ich sagen, ziemlich naiv gewesen zu sein. Das meine ich durchaus positiv, denn diese begeisterte Aufbruchstimmung hat auch vieles erst angestoßen. Ich musste lernen, wie schwer es manchmal ist, Dinge bei der Stadtverwaltung durchzusetzen und wie wichtig, gemeinsam einen langen Atem zu beweisen. Dieses Jahr war für mich ein besonders Anstrengendes, weil ich gleichzeitig mein Abitur an der Friedrich-Albert-Lange-Schule machen und meine zahlreichen Aufgaben als Vorsitzende nicht vernachlässigen wollte. Die vielen Sparmaßnahmen der Stadt machten es auch nicht leichter. Allerdings habe ich im Laufe der Zeit gelernt, mir meine Kräfte besser einzuteilen und Prioritäten zu setzen.

Inwiefern?

Feith Anfangs war ich Mitglied in sieben Projektgruppen. Das ist eigentlich nicht zu schaffen. Später dann habe ich Schwerpunkte für meine ehrenamtliche Arbeit gefunden, wie beispielsweise die Projektgruppe "Graffiti".

Womit beschäftigt sich die Gruppe und was hat der Jugendstadtrat für die Solinger Jugendlichen bei diesem Thema erreicht?

Feith Die Mitglieder der Projektgruppe setzen sich für die Organisation legaler Flächen ein und bieten somit jungen Solinger Graffiti-Künstlern eine Gelegenheit, ihr künstlerisches Talent öffentlich zu zeigen. Die Gruppenziele waren Teil meines Wahlprogramms und ich bin sehr stolz auf mein "Baby" (lacht). Jugendliche sollen die Chance haben, ihre Stadt selbst zu gestalten - auch künstlerisch. Die Graffiti-Gruppe ist sehr erfolgreich, wie man beispielsweise im Südpark sieht.

Was begeistert Sie im Rückblick noch besonders an der Arbeit des Solinger Jugendstadtrates?

Feith Gerade planen wir mit der Projektgruppe "Between the Lines" etwas Besonderes, auf das ich sehr gespannt bin: Es entsteht die erste App des JSR. Sie soll Hilfs- und Beratungsangebote für Jugendliche bündeln. Jugendliche, die in problematischen Lebenssituationen sind, haben direkt die Möglichkeit, sich an für sie geeignete Ansprechpartner und Einrichtungen weiterleiten zu lassen.

Welchen Ratschlag haben Sie für die Mitglieder des neuen, zehnten Jugendstadtrats und ihren noch zu wählenden Vorsitzenden?

Feith Ich finde es immer schwierig, anderen pauschal Ratschläge zu geben, denn es ist wichtig, eigene Entscheidungen zu treffen und aus Fehlern zu lernen. Ich kann nur sagen, dass man gut auf sich aufpassen und nicht zu viel gleichzeitig wollen sollte. Zu der Entscheidung, zu kandidieren und Mitglied zu werden, kann ich nur gratulieren. Der Jugendstadtrat ist für mich wie eine zweite Familie geworden und ich habe sehr viel dort gelernt.

Welche Zukunftspläne haben Sie?

Feith Ich würde sehr gerne ein duales Studium im Fach Hotel- und Tourismusmanagement beginnen. Deshalb mache ich nun erstmal ein zweiwöchiges Praktikum in einem Hotel. Im September fliege ich für drei Monate nach Australien, um dort auf einer Farm zu arbeiten. Weiter geht es dann für neun Monate nach Neuseeland, wo ich ebenfalls durch Jobs meinen Aufenthalt finanzieren werde. Zum Abschluss freue ich mich auf einen einmonatigen Urlaub in Dubai.

PIA BERGMEISTER STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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