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Solingen
Bei Grossmann gehen Lichter für immer aus

Solingen. Trotz Suche nach Investoren fand sich kein Geldgeber für das Walder Traditionsunternehmen. Von Martin Oberpriller

Schock für die Mitarbeiter der Solinger Traditionsfirma C. Grossmann: Weil kein neuer Investor gefunden wurde, werden alle 112 Angestellten des Stahlguss-Unternehmens ihren Job verlieren. Der Insolvenzverwalter, der Wuppertaler Rechtsanwalt Dr. Marc d'Avoine, teilte der Belegschaft die schlechte Nachricht gestern Morgen bei einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung mit. Es sei trotz aller Bemühungen nicht möglich gewesen, einen Geldgeber für das in Schieflage geratene Unternehmen zu finden, sagte d'Avoine den Angestellten, die jetzt vor einer ungewissen Zukunft stehen.

Zuvor waren letzte Versuche gescheitert, die Traditionsfirma doch noch zu retten. Man habe bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgeben wollen, sagte der Insolvenzverwalter nach der Betriebsversammlung in einer Stellungnahme. Allerdings habe sich trotz aller Anstrengungen "kein Investor für die Übernahme des laufenden Betriebes inklusive Arbeitnehmern gefunden", so d'Avoine.

Damit endet am Standort Wald nun eine über 150-jährige Firmengeschichte. Die Auslaufproduktion wird noch etwa drei Monate andauern, die Gießaufträge bei der C. Grossmann Stahlguss GmbH enden bereits in der ersten Aprilwoche.

Bei Grossmann, der ältesten deutschen Stahlgießerei, hatte es in den zurückliegenden Jahren immer wieder wirtschaftliche Schwierigkeiten gegeben. Bereits Ende 2014 war das Unternehmen mit damals noch etwa 180 Beschäftigen inklusive Auszubildenden in die Insolvenz geraten.

Das Verfahren endete seinerzeit mit einem sogenannten Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Doch auch danach kam die 1853 gegründete Firma nicht zur Ruhe. Anfang dieses Jahres geriet das Unternehmen erneut in existenzielle Probleme - und ein zweiter Insolvenzantrag erwies sich als unausweichlich.

Die Mitarbeiter, die in den vergangenen Jahren vieles für den Erhalt von Grossmann getan hatten, hofften bis zuletzt, dass ihr Unternehmen gerettet werden könnte. Doch am Ende fehlten schlichtweg die Aufträge. Und auch ein Verkauf der Stahlgießerei erwies sich als nicht realistisch.

Quelle: RP
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