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Solingen
Beim Märchenfestival sprudelte der Zauberbrunnen

Solingen. Rund um Sabine Schulz-Wolff und ihr Spinnrad haben sich viele Zuschauer versammelt. Gleichmäßig tritt sie auf das Bodenpedal und hält das Spinnrad am Laufen. In der Hand rohe Wolle, die dann verdreht und zu einem Faden versponnen wird. "Das ist aber erst der erste Durchgang", erzählt sie. Um strickfähige Wolle zu erhalten, müssen nämlich zwei Fäden miteinander versponnen werden.

Fasziniert schauen die Besucher zu, lassen sich zeigen, wie aus gefärbter Rohwolle bunte Fäden entstehen und ertasten, wie sich süddeutsche Merinowolle anfühlt. Dann dürfen sie selbst einmal ans Spinnrad und stellen schnell fest, dass das Handwerk, das bei Sabine Schulz-Wolff so leicht aussieht, gar nicht so einfach ist. Derweil hat die Theater-AG der Grundschule Böckerhof ihre selbst gestalteten Kulissen auf der Bühne im großen Raum des Ateliers "Altes Stellwerk" aufgebaut, und die Akteure sind in ihre Kostüme geschlüpft. Die Stuhlreihen sind voll besetzt, als der gestiefelte Kater dafür sorgt, dass sein Herr genug zu Essen hat.

Beim ersten großen Märchenfestival, das Martina Hörle und ihr Literaturcafé gemeinsam mit dem Künstler Stefan Seeger organisiert hat, gab es für jede Altersgruppe etwas zu erleben, denn Martina Hörle weiß: "Märchen faszinieren alle Menschen, egal, wie alt sie sind." Für die Kinder gab es Malaktionen mit der Künstlerin Janine Werner, die aus Tintenklecksen Märchenwesen erschuf. Im Obergeschoss hatten Steph Engert und Nora Huszka ihr kleines Drachenreich und legten mit ihrem neu gestalteten Starlight Dragon Tarot die Karten für fragende Besucher.

Märchen aus aller Welt lasen Mitglieder der Solinger Autorenrunde, die dann von sphärischen Klängen, die Ulrich Putsch seinen Instrumenten entlockte, umrahmt wurden. In Solinger Mundart lehrte Andreas Erdmann die Zuhörer das Gruseln. Auch Märchen der nordamerikanischen Indianer wurden vorgelesen, und Martina Hörle brachte mit einem japanischen Märchen die Menschen zum Lachen. Beate Kunisch und Karla J. Butterfield setzten auf Märchen mit einem ironischen Ende.

Im Rahmen des Märchenfestivals, das unter dem Motto "Was der Zauberbrunnen erzählt" stand, fand auch ein Gedichtwettbewerb für Senioren statt. Eine dreiköpfige Jury suchte die Sieger aus, die dann bei der Preisverleihung geehrt wurden. Der erste Preis, ein von Stefan Seeger signierter "Flying King", ging an Ellen Wannagat für ihr Gedicht "Im Bergischen Land". Der zweite Preis, ein signierter Bildband "Der Zauber von Erde, Meer und Himmel", ging an Mali Rother für ihr Gedicht "Elfenreigen" und der dritte Preis, ebenfalls ein Bildband, ging an Lieselotte Seeger für ihr Gedicht "Des Königs Tochter".

(red)
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