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Solingen
Bergische gehört ins Museum

Solingen. Gestern tagte die Jury der Bergischen Kunstausstellung 2010 im Museum Baden. Thema war am Rande der Sitzung auch die Äußerungen des Kulturausschussvorsitzenden Rainer Villwocks in der Morgenpost. Von Michael Tesch

Für Irritation hatte Rainer Villwock, Vorsitzender des Kulturausschusses, mit seinem Äußerungen in der Samstagausgabe der Morgenpost gesorgt. So war seine Überlegung, die Bergische Kunstausstellung könnte nach einer Umstrukturierung des Museum Baden zugunsten der Verfemten Kunst auch im Klingenmuseum oder den Güterhallen eine neue Heimat finden, gestern auch Thema im Museum – auf der Jurysitzung zur 64. Bergischen.

"Die Verwaltungsmeinung steht fest und die vertritt Oberbürgermeister Norbert Feith in allen Verhandlungen mit dem Landschaftsverband. Es wird im Museum Baden ein Zwei-Säulen-Modell geben, bestehend auf der einen Seite aus der Sammlung der Bürgerstiftung für verfemte Künste, und auf der anderen mit der städtischen Kunstsammlung und der zeitgenössischen Kunst", erklärte Kulturbüro-Leiter Hans Knopper. Er war gestern Mitglied der Jury zur Bergischen. Und warum dann die Äußerungen Villwocks? "Die Politik bildet sich eine eigene Meinung. Das ist ja auch berechtigt."

Keine Auslagerung

Auch Gisela Elbracht-Iglhaut, stellvertretende Leiterin des Museum Baden und zuständig für die Kunstsammlung der Stadt und für die zeitgenössische Kunst, zeigte sich irritiert durch die Aussage des Kulturausschussvorsitzenden: "Wir würden uns keinen Gefallen tun, wenn wir ausgerechnet die Ausstellung, die im Museum Baden im Jahr die meisten Besucher hat, auslagern würden." Keine Ausstellung im Jahr würde zudem so intensiv von weiterbildenden Schulen besucht werden wie die Bergische.

Und dass auch die 64. Auflage der Ausstellung, die am 25. Juni in Gräfrath eröffnet werden wird, wieder für ein herausragendes Kunstereignis sorgen wird, davon zeugte bereits gestern die hohe Qualität der Bewerbungen, die der fünfköpfigen Jury zur Begutachtung vorgelegt wurden. Neben Elbracht-Iglhaut und Knopper gehörten ihr Dr. Stefanie Kreuzer (Museum Morsbroich, Leverkusen), Gertrud Peters (Projektleiterin Kunst im Tunnel, Düsseldorf) sowie Prof. Dr. Oliver Zybok (Künstlerischer Leiter der Galerie der Stadt Remscheid) an. 276 eingereichte Mappen von professionellen Künstlern mussten die Jurymitglieder bewerten. Mit dieser Anzahl zeigte sich Elbracht-Iglhaut zufrieden: "Es geht ja nicht um Masse, sondern um Qualität, aber 276 Mappen sind eine sehr gute Zahl." Erst recht, wenn man bedenkt, dass ehemalige Künstler der Bergischen sich nach einer Teilnahme fünf Jahre nicht bewerben dürfen. Was bedeutet, dass die Besucher auch in diesem Jahr wieder viele Entdeckungen machen können. Das Gros der Bewerbungen stammte auch in diesem Jahr wieder aus Düsseldorf, verhältnismäßig klein war die Zahl aus dem Bergischen Land – aus Solingen kamen fünf, aus Remscheid eine und aus Wuppertal 14 Mappen. Den mit 3500 Euro dotierten Bergischen Kunstpreis der Deutschen Bank sprach die Jury dem Düsseldorfer Künstler Thomas Neumann zu.

Quelle: RP
 
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