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Solingen
Bergische Zusammenarbeit

Solingen: Bergische Zusammenarbeit
Die Berufsfeuerwehren von Solingen und Wuppertal haben gemeinsam neun neue Löschfahrzeuge angeschafft. FOTO: Kempner Martin
Solingen. Die Berufsfeuerwehren der Städte Solingen und Wuppertal haben gemeinsam neun Löschfahrzeuge angeschafft. Gestern wurden sie im Müngstener Brückenpark präsentiert. Investiert wurden rund 4,2 Millionen Euro. Von Uwe Vetter

"Leuchtrot", sagt Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller, "ist gut sichtbar". Von daher haben auch die fünf neuen Löschfahrzeuge die Signalfarbe erhalten, die im Fachjargon RAL 3024 benannt ist. Im Gegensatz zu den vier neuen Löschfahrzeugen der Wuppertaler Feuerwehr, die in einem dunkleren Rot (RAL 3000) unterwegs sind. Die beiden Feuerwehren sind zwar eigenständig, gleichwohl gibt es eine intensive Zusammenarbeit. So seit zehn Jahren mit der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle, nun auch in der Beschaffung von Fahrzeugen: Gestern wurden im Müngstener Brückenpark neun Löschfahrzeuge - schön in einer Reihe aufgestellt - bei strömenden Regen präsentiert. Die Fahrzeuge wurden für mehr als vier Millionen Euro angeschafft.

Fünf Fahrzeuge haben ein Solinger Nummernschild, vier ein Wuppertaler. "Die Löschfahrzeuge sind nicht fast baugleich und schon gar nicht von der Stange", sagte der klingenstädtische Feuerwehr-Sprecher Torsten Dunkel mit Blick auf die neun Fahrzeuge, die jeweils rund 450.000 Euro kosten. Zumal jede Stadt bei den Fahrzeugen Besonderheiten vorhält. Wuppertal hat beispielsweise einige große Tunnels, von daher sind zusätzliche Atemschutzgeräte direkt im Fahrzeug eine Vorgabe bei der Ausstattung. Wassersauger sind in den Solinger Autos, Belüftungsgeräte in den Wuppertalern. Allen Fahrzeugen gleich ist mit 1600 Litern aber der Wassertankinhalt und der Allradantrieb. Die Regelbesatzung in den Fahrzeugen beträgt sechs Feuerwehrleute.

Für Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller war gestern jedenfalls "ein wichtiger Tag", zumal die Solinger Berufsfeuerwehr neue "Arbeitspferde" bekommen hat, die auch für die Ausbildung eingesetzt werden können. "Das ist ein großer Schritt nach vorne", sagte Müller.

Vier Alt-Fahrzeuge, das älteste Baujahr 1999, können nun veräußert werden, und Müller geht davon aus, dass die neuen Löschfahrzeuge im Schnitt 15 Jahre im Einsatz sind. Drei Fahrzeuge werden an den Feuer- und Rettungswachen und zwei Fahrzeuge in der Feuerwehrschule und gleichzeitig als technische Reservefahrzeuge eingesetzt.

Schon 2013 machte sich eine Arbeitsgruppe unter Federführung von Solingen auf, die neuen Fahrzeuge zu organisieren beziehungsweise zu beschaffen. In der Bündelung der Beschaffung - darin sehen Müller und Wuppertals Feuerwehrchef Ulrich Zander schon etwas Besonderes. "Die Autos hätten aber schon ein Jahr früher da sein sollen", sagte Zander. Schwierigkeiten wegen der unterschiedlichen Bauausführungen ließen die Umsetzung des Geschäfts aber länger dauern. Obendrein waren mit MAN (Fahrgestell) und Magirus (Aufbau) gleich zwei Hersteller beteiligt.

Die Stadt Solingen wendet für die Anschaffung der fünf neuen Feuerwehrfahrzeuge 2,275 Millionen Euro auf. "Kommunales Geld", betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der folgerichtig daraus ableitete: "Die Stadt steht zu ihrer Feuerwehr." Es werde nicht nur in modernste Technik investiert, sondern darüber hinaus auch "massiv in die Gebäude".

Tim Kurzbach lobte zudem die gute Kooperation der zwei eigenständigen Feuerwehren: "Das ist ein starkes Zeichen der bergischen Zusammenarbeit." Dieser Einschätzung konnte sich Wuppertals Dezernent Matthias Nocke nur anschließen: "Ein weitres schönes Signal."

Quelle: RP
 
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