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Arena Bergisch Land
Bergischer HC stellt Ultimatum

Arena Bergisch Land: Bergischer HC stellt Ultimatum
Gegenüber dem Postverteilzentrum am Westring in Vohwinkel soll die Zufahrt zur neuen Halle entstehen. Im Hintergrund liegt die Solinger Straße Roggenkamp, die zur A46-Auffahrt Haan-Ost führt. FOTO: Köhlen, Stephan
Solingen. Der Verein sieht das Millionenprojekt durch die Vertagung in der Wuppertaler Politik akut gefährdet. In der Nachbarstadt weist man darauf hin, die entscheidende Ausschusssitzung könnte vorgezogen werden. Der Druck auf die verantwortlichen Politiker wächst. Von Martin Oberpriller

Der Tonfall im Streit um die geplante Arena Bergisch Land verschärft sich zusehends. Nachdem der Wuppertaler Stadtentwicklungs-Ausschuss das Millionenprojekt in der vergangenen Woche per Vertagung bis auf Weiteres auf Eis gelegt hat, erhöhen nun sowohl Handball-Erstligist Bergischer HC als potenzieller Bauherr der neuen Halle als auch dessen Sponsoren den Druck und haben faktisch ein Ultimatum gestellt.

"Wenn die Politik nicht zur Verfügung steht, steht auch der Bergische HC nicht zur Verfügung", sagte beispielsweise Peter Kruft, Geschäftsführer des Wuppertaler Unternehmens WKW, am Montag an die Adresse der Politiker in der Nachbarstadt gerichtet. Zuvor hatte der Chef des Produzenten von Aluminiumteilen am Wochenende gemeinsam mit anderen Partnern des BHC zusammengesessen, um die neue Lage zu erörtern, die durch die Verschiebung des notwendigen Aufstellungsbeschlusses in Wuppertal entstanden ist.

Eine aus Sicht des Vereins verantwortungslose Verzögerungstaktik, die am Ende das gesamte Vorhaben zu Fall bringen könnte. "Wer das Projekt ernsthaft gefährden will, muss nur auf Zeit spielen - und das geschieht aktuell wissentlich", hieß es gestern vonseiten des BHC, der durch die Vertagung eine Kostenexplosion befürchtet. So ginge "angesichts der galoppierenden Entwicklung des Baukostenindexes pro Quartal eine sechsstellige Euro-Summe Realkapital" verloren, rechnete der Verein vor.

Wobei dies nicht alles ist. Nach Einschätzung der Vereinsverantwortlichen läuft die Region zudem Gefahr, insgesamt bis zu elf Millionen Euro an Fördergeldern des Landes aufs Spiel zu setzen. Dieser Betrag sei nämlich bereits im Jahr 2014 durch die zuständige Bezirksregierung in Aussicht gestellt worden, nachdem das "zukunftsweisende Projekt mit einer umfassenden Machbarkeitsstudie öffentlich vorgestellt" worden sei, erinnerte der BHC.

Für den Verein steht jedenfalls fest: Bleibt es bei der Wuppertaler Vertagung des Aufstellungsbeschlusses, ist die Arena Bergisch Land und mit ihr ein "deutlicher Zugewinn an Attraktivität und zusätzlicher Lebensqualität, die Zukunftssicherung des Profihandballs auf Erstliganiveau eingeschlossen," akut gefährdet. Denn erst durch einen solchen Beschluss würde der Bergische HC in die Lage versetzt, die Eignung des für die neue Halle vorgesehen Grundstücks im Bereich des geplanten Gewerbegebiets Piepersberg-West - inklusive Lärm-, Verkehrs- und Umweltgutachten - zu überprüfen.

Tatsächlich geht es auf Wuppertaler Seite nur um die Zufahrt zur Arena, die einmal Platz für bis zu 6000 Zuschauer bieten soll. Der eigentliche Hallenbau mit den benötigten 1500 bis 2000 Parkplätzen würde auf Solinger Stadtgebiet entstehen - weswegen gestern aus der Nachbarstadt auch eher versöhnliche Töne zu vernehmen waren.

So wies eine Sprecherin der Stadt Wuppertal daraufhin, der entscheidende Stadtentwicklungs-Ausschuss könne auch früher als bislang vorgesehen tagen. "Würde eine Sondersitzung beantragt, könnte diese vor dem regulären Termin am 3. November anberaumt werden", hieß es am Montag auf Anfrage unserer Redaktion.

Dabei stehen die Chancen hierfür dem Anschein nach gar nicht schlecht. Denn inzwischen gerät die CDU in der Nachbarstadt, die die besagte Vertagung im Stadtentwicklungs-Ausschuss durchsetzte, zunehmend unter Druck. So warfen sowohl die FDP Wuppertal als auch die Solinger Liberalen den Christdemokraten jetzt vor, mit ihrer Haltung das Projekt Arena massiv zu gefährden.

Zwar müssten Bedenken von Anwohnern, etwa wegen Lärms, ernst genommen werden, sagte beispielsweise Andreas Zelljahn, FDP-Bezirksvertreter in Gräfrath. Gleichwohl sei die Fläche am Piepersberg "unter mehreren Standorten am geeignetsten bewertet worden", so Zelljahn. Vor der Wuppertaler CDU hatten bereits SPD, Grüne und Linke in der Nachbarstadt Bedenken gegen den Standort Piepersberg angemeldet.

Quelle: RP
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