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Solingen
Bethanien feiert runden Geburtstag

Solingen: Bethanien feiert runden Geburtstag
Anlässlich des 120. Jahresfestes des Diakonischen Werkes Bethanien e.V. sang der Chor "Akzente" in der Kapelle. FOTO: Köhlen
Solingen. Der Wohlfahrtsträger besteht seit 120 Jahren. Gast war Joachim Liebig, Präses der evangelischen Landeskirche Anhalts. Von Benjamin Dresen

"Die Erkennbarkeit als Christenmensch ist entscheidend für uns." Joachim Liebig, Kirchenpräsident der evangelischen Landeskirche Anhalts, predigte im Gottesdienst zur 120-Jahr-Feier des Diakonischen Werks Bethanien über "Glaube in profaner Umgebung". Hierzu sammelt Liebig in seiner täglichen Arbeit praktische Erfahrung, schließlich gehören an seinem Wohnort in Dessau-Roßlau nur neun Prozent der Einwohner einer christlichen Konfession an. "Wir sind eine Minderheit", sagt Liebig, "und deshalb gucken die Menschen sehr deutlich auf uns und fragen: Was sagt ihr als Christen dazu?" Die Diakonie sei für die überwiegend nicht-konfessionelle Bevölkerung ein wichtiger Anknüpfungspunkt. Deshalb, betont er nochmals, sei "Erkennbarkeit" das "zentrale Stichwort im Verhalten". Liebig mahnt: "Eine wohltemperierte, diffuse Haltung zum Glauben trägt nicht weit."

Der Direktor des Diakonischen Werks, Pastor Otto Imhof, blickte in der vollbesetzten Bethanienkapelle an der Aufderhöher Straße zurück zu den Anfängen. "Wir erinnern uns an die, die 1896 begonnen haben", sagte Imhof. Begonnen hatte die christliche Wohlfahrtspflege des Diakonischen Werks Ende des 19. Jahrhunderts als Diakonissenwerk. Er erinnerte an das aktuelle Leitbild, an dem das Diakonische Werk seine Arbeit ausrichtet. Es lautet: "Leben helfen". Das bedeutet "Menschen an die Hand nehmen und ihnen zeigen, wie sie leben können", führte Imhof aus. Lebensqualität hänge nicht in erster Linie vom Geld ab, sondern von liebevollem und qualifiziertem Personal. Das Diakonische Werk engagiert sich auf seinem Campus in Aufderhöhe in verschiedenen Formen in der Altenpflege, betreibt ein Ärztehaus, ein Krankenhaus und eine Physiotherapie. Neben der Zentrale in Solingen gehören Einrichtungen unter anderem im Märkischen Kreis, in Siegen, Dortmund und Iserlohn zum Unternehmen. Im Anschluss an den Gottesdienst diskutierte eine sechsköpfige Gesprächsrunde "Möglichkeiten der Mitgestaltung des Gemeinwesens".

Auf dem Podium tauschten ihre Gedanken aus: Cordula Scheffels (Vorsitzende Palliatives Hospiz Solingen), Ulrich Bimberg (Vorsitzender Spar- und Bauverein Solingen), Werner van Briel (ehemaliger Bürgermeister von Uedem), Andreas Thomas (Bürgermeister Dietzhölztal), Pfarrer Joachim Liebig sowie Eckhard Rieger und Hartmut Fehler vom Vorstand des Diakonischen Werks. "Diakonie steht immer in Verbindung mit Städten", erklärt Hartmut Fehler. Daraus leiten sich Fragen ab: "Welche Rolle spielt Diakonie? Wie kann man sich ergänzen?"

Parallel dazu unterhielt der "Kids Day" im Gemeindesaal die Jüngsten unter den Besuchern mit einem Kinderprogramm. Höhepunkt war dabei der Auftritt der "Garenfelder Puppenkiste" aus Hagen. Auf einer aufwändigen Bühne mit Tontechnik, Strahlern und Nebelmaschine führten sieben Spieler mit Handpuppen die Geschichte der Arche Noah auf.

Quelle: RP
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