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Solingen
Beverly-Brand: Prozess im Mai

Fotos: Swingerclub "Beverly" brennt vollständig aus
Fotos: Swingerclub "Beverly" brennt vollständig aus FOTO: Tinter, Anja
Solingen. Ab dem 8. Mai muss sich der mutmaßliche Täter verantworten. Die Anklage lautet auf versuchten Mord und schwere Brandstiftung. Von Annemarie Kister-Preuss

Am 8. Mai wird vor dem Landgericht in Wuppertal der Prozess gegen den 42-jährigen Mann beginnen, der am 9. November vergangenen Jahres Feuer im Swingerclub Beverly in Unterburg gelegt haben soll. Die Erotikdiskothek, deren Besucher aus ganz Deutschland und dem Ausland kamen, brannte bis auf die Grundmauern nieder, auch Menschen befanden sich im Haus, konnten sich jedoch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Da sie zumindest teilweise geschlafen haben sollen, als das Feuer ausbrach, gilt die Brandlegung als heimtückisch und rechtfertigt somit eine Anklage wegen versuchten Mordes neben den Vorwürfen der schweren Brandstiftung.

Der mutmaßliche Täter, ein Mann aus Niedeggen, hat nach Aussagen des für Kapitalverbrechen zuständigen Staatsanwalts Heribert Kaune-Gebhardt nach anfänglichem Schweigen inzwischen zugegeben, das Feuer in den frühen Morgenstunden des 9. November gelegt zu haben. Noch am Tattag war er festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Fast 30 Jahre war das Beverly in Unterburg ein beliebter Treffpunkt, der nach Auskunft von Marcus Heinbach auf jeden Fall wieder neu aufgebaut werden soll. Ob an der bisherigen Stelle oder irgendwo anders im bergischen Raum ließ der ehemalige Marketingleiter der Erotikdiskothek im Gespräch mit unserer Zeitung im März noch offen. Bei der Stadt Solingen ist noch keine entsprechende Bauvoranfrage eingegangen, wie Sprecherin Birgit Wenning gestern auf Nachfrage erklärte. Da im Fall einer Brandstiftung per Gesetz ein Härteausgleich vorgesehen ist, könnte das Beverly an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden, natürlich entsprechend der heutigen Bauvorschriften.

Im Internet wird derweil aus dem Umfeld der ehemaligen Betreiber im Vorfeld des Prozesses darauf hingewiesen, dass durch die "hinterhältige Brandstiftung Existenzen zerstört und ein wirtschaftlicher Millionenschaden angerichtet wurde". Das Motiv des 42-Jährigen liegt nach Auskunft der Blogger "völlig im Dunkeln". Abrechnungsprobleme des ehemaligen Partyveranstalters weisen die Autoren ebenso zurück wie die offenbar von einigen Swingern in Umlauf gesetzten "Verschwörungstheorien mit Mafia und Gangstern". Auch sei das Beverly zu keiner Zeit Schauplatz von Milieu-Kämpfen, Zuhälterkriegen und anderer Kriminalität gewesen. "Als das Feuer gelegt wurde, haben sich zwei Gäste und zwei Mitarbeiter des Clubs in den Räumen aufgehalten, die zum Teil schliefen", heißt es in dem neuen Themen-Blog, mit dem "ehemalige Mitarbeiter und Gäste über den Fortgang des Prozesses auf dem Laufenden gehalten werden sollen".

Quelle: RP
 
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