| 00.00 Uhr

Solingen
BfS kartet in Sachen Olbo-Bebauung nach

Solingen: BfS kartet in Sachen Olbo-Bebauung nach
Die Häuser des Olbo-Parks stehen bereits (l.). Und die Trümmer nebenan werden demnächst auch noch neuen Häusern mit zusätzlichen Nachbarn weichen. FOTO: Mak
Solingen. Bürgergemeinschaft wirft der Stadtspitze unter anderem "Hofknickse" vor dem alten Investor vor. Von Martin Oberpriller

"Hartelijk welkom" - herzlich willkommen! Mit diesen Worten begrüßt die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) den neuen Investor für das Olbo-Gelände in Ohligs, die deutsch-niederländische Holding Kondor Wessels. Und auch sonst hat die Nachricht, dass die Bebauung des rund 16.000 Quadratmeter großen Areals im Herzen des Stadtteils nun nicht mehr in den Händen des alten Projektentwicklers liegt, in der Solinger Politik gestern für Erleichterung gesorgt.

Gleichzeitig ließen die Fraktionen von BfS sowie CDU die rund zehn Jahre andauernde Hängepartie mit der Immobiliengesellschaft Graf von Thun und Hohenstein Veit noch einmal Revue passieren. So habe es sich als richtig erwiesen, dass die Politik - und dabei "maßgeblich die CDU" - den Vorstellungen des alten Investors zuletzt nicht mehr gefolgt sei, sagte beispielsweise der christdemokratische Vorsitzende des Planungsausschusses, Bernd Krebs. Der CDU-Mann spielte damit auf den Beschluss des Stadtrates an, in dem die Stadt Solingen 2016 die im geplanten O-Quartier für Handel vorgesehene Fläche drastisch reduziert hatte. Auf diese Weise sei ein "gesichtsloses Einkaufszentrum im Wellblechdesign" verhindert worden, so Krebs.

Eine Einschätzung, die die BfS prinzipiell teilt. Allerdings sparte die Bürgergemeinschaft am Freitag nicht mit Kritik und warf der Stadtspitze unter anderem "Pseudoaktivitäten" sowie "Hofknickse" vor dem alten Investor vor. Und auch die CDU blieb nicht verschont von der BfS. So geißelte BfS-Ratsmitglied Jan Salewski einen in dieser Woche unternommenen Vorstoß des CDU-Bezirksbürgermeisters von Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, Marc Westkämper, gegebenenfalls über eine Enteignung der Gräfin von Thun und Hohenstein Veit nachzudenken, als rein "populistische Äußerung".

Westkämper selbst bezeichnete seine Verlautbarung nach Bekanntwerden des Investoren-Wechsels hingegen als Versuch, eine neue Diskussion anzustoßen. Ihm sei es lediglich darum gegangen, auf diese Weise wieder etwas Bewegung in die festgefahrene Angelegenheit zu bringen. Westkämper: "Selbstverständlich steht die CDU dem Instrument der Enteignung kritisch gegenüber."

Mit dem Einstieg von Kondor Wessels ist diese Debatte aber ohnehin hinfällig. Dementsprechend wird der Blick in Ohligs nun nach vorne gerichtet. Wobei der neue Investor durchaus einen gewissen Vertrauensvorschuss erhält. Zwar waren gestern vereinzelt Stimmen zu hören, die die Zahl von rund 300 zusätzlichen Wohnungen als zu hoch gegriffen bezeichneten. Und zudem wurde angemahnt, auf dem Olbo-Areal dürfte auf keinen Fall eine Billig-Bebauung hochgezogen werden.

Gleichwohl herrscht bis auf Weiteres überwiegend Zuversicht. "Ohligs ist der am schnellsten wachsende Stadtteil in Solingen. Da mache ich mir die wenigsten Sorgen darüber, dass die neuen Wohnungen keine Nachfrage finden", sagte Bezirksbürgermeister Westkämper.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Solingen: BfS kartet in Sachen Olbo-Bebauung nach


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.