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Solingen
BFS: neue Biotonne wird politischer Flop mit Ansage

Solingen. Die politische Debatte über die Biotonne, die mittlerweile bereits von nahezu 4300 Solingern genutzt wird, gewinnt an Schärfe. "Die vom Zentralen Betriebsausschuss mehrheitlich erzwungene gebührenpflichtige Freiwilligkeit für die braune Tonne wird ein von der Solinger Politik zu verantwortender Flop mit Ansage", sagte Jan-Claudius Salewski, Sprecher der Bürger Fraktion Solingen, mit heftiger Kritik, nachdem der Ausschuss das neue Konzept für die Biotonne jetzt auf den Weg gebracht hatte. Danach bleibt die Bioabfallsammlung weiterhin freiwillig, die Tonne selbst kostet aber ab 2017 jährlich 55 Euro.

Nach Salewskis Worten geraten aufgrund der gesetzlichen Vorgaben Solingens Bürger und Verwaltung in den "Würgegriff der realitätsfernen Müllideologen". Bei Bioabfall denke doch jeder in erster Linie an Grünschnitt und andere Abfälle aus dem Garten sowie an Reste von Obst, Gemüse, Tee- oder Kaffeesatz aus der Küche - also alles, was man auch bedenkenlos auf den Komposthaufen werfe.

"Nach den neuen Gesetzen gehören aber auch Fleisch, Fisch, Knochen, Gräten oder Soßen dazu, die niemand auf seinen Komposthaufen wirft, um Ekel erregenden Gestank zu vermeiden und kein Ungeziefer anzulocken", erklärte der BFS-Sprecher. Während diese Abfälle derzeit noch weitgehend mit dem Restmüll in der Müllverbrennungsanlage zur Erzeugung von Strom thermisch genutzt würden, müssten sie laut Gesetz künftig einer Biogasanlage zugeführt werden. Dabei, so Salewski, nutze kaum ein Bürger die Biotonne für Küchenabfälle. "Schon gar nicht, wenn es sich um Abfälle von Fleisch und Fisch handelt". Und dass die Biotonne in der vegetationslosen Zeit von Ende Oktober bis April wegen des fehlenden Grünschnitts und anderer Gartenabfälle bislang leer geblieben sei, wundert Salewski nicht: Das sei doch zwingend zu erwarten gewesen.

Falk Dornseifer (CDU), Vorsitzender des Betriebsausschusses, hatte das neue Konzept als die "weicheste Form" der weiteren Einführung der Bioabfall-Sammlung bezeichnet. Zugleich verhehlte er nicht: "Der Gesetzgeber gibt das vor, wir müssen es in Solingen umsetzen".

(tws)
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