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Solingen
BHC-Fans in überfüllten Zügen zum Topspiel

Solingen: BHC-Fans in überfüllten Zügen zum Topspiel
National Express bedient seit dem 13. Dezember die Strecken der Regionalbahn 48 und des Regionalexpress 7. FOTO: Foto Kempner (Archiv)
Solingen. National Express setzte auf der RB 48 keine verlängerten Bahnen ein. Es kam zu teils großen Verspätungen. Von Martin Oberpriller

Der Frust vieler Zuschauer begann bereits weit vor dem Anpfiff. Weil die Nahverkehrszüge zwischen Solingen und Köln am Sonntagnachmittag oft überfüllt waren, mussten sich hunderte Handball-Fans des Bergischen HC bei der Anfahrt zum "Christmas-Fight" gegen den THW Kiel auf engstem Raum mit einem Stehplatz begnügen - nur, um am Ende in der Kölner Lanxess-Arena auch noch eine 28:31-Niederlage ihres Teams gegen den deutschen Rekordmeister mitzuerleben.

Das halten die Pendler vom neuen RE7 - National Express Rail FOTO: UM

Der Grund für die überfüllten Bahnen: National Express als neuer Betreiber der RB 48 hatte am Sonntagnachmittag auf dieser Linie lediglich fünf- beziehungsweise sogar nur dreiteilige Züge eingesetzt. Mit der Folge, dass vor allem in der Zeit zwischen 16 und 17.15 Uhr ab Solingen Hauptbahnhof kaum noch ein Sitzplatz zu finden war und etliche Passagiere an den Türbereichen standen. Was die Lage indes von Station zu Station weiter verschlimmerte, da so auch noch der Ein- und Ausstieg blockiert war und die Regionalbahn schließlich Verspätungen von teilweise mehr als 20 Minuten aufwies. In Opladen blieben sogar Fahrgäste am Bahnsteig zurück, weil kein Platz mehr war.

National Express bedauerte gestern die Unannehmlichkeiten, wies aber gleichzeitig eine Verantwortung für die Überfüllungen und Verspätungen zurück. Zwar sei es prinzipiell möglich, die Züge zu verlängern beziehungsweise die Taktung zu verkürzen, hieß es vonseiten des Unternehmens. Allerdings müssten solche Änderungen vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als Auftraggeber des Personennahverkehrs bestellt werden. Dies sei am zurückliegenden Wochenende nicht geschehen, sagte ein Sprecher von National Express auf Anfrage.

Premierenfahrt von National Express

Gleichzeitig hatte der neue Betreiber der RB 48 und des RE 7 aber auch gute Neuigkeiten für die Bahnkunden. Wenn der Karneval in einigen Wochen in seine "heiße Phase" geht, sollen auf der Strecke nach Köln zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung stehen. "Für diese Zeit hat der VRR einen entsprechenden Auftrag erteilt", sagte der National-Express-Sprecher. So ist es beispielsweise möglich, an eigentlich fünfteilige Züge mit 255 Sitzplätzen einen Dreiteiler zu koppeln, so dass sich die Kapazität auf dann 415 Sitzgelegenheiten erhöht.

Allerdings sind mit Zugverlängerungen noch nicht alle Schwierigkeiten aus der Welt. In den zurückliegenden Tagen mehrten sich die Beschwerden von Kunden über zu leise Durchsagen - ein Problem, dass am Sonntag ebenfalls auftrat und zusätzlich für Verzögerungen sorgte. "Tatsächlich sind die Durchsagen in einigen Bahnen nur schwer zu hören", sagte der National-Express-Sprecher. Er kündigte gleichzeitig an, die Störung vom Hersteller der Züge beheben zu lassen.

Die letzte Fahrt des RE7
Quelle: RP
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