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Solingen
Biogasanlagen für ersteigerte Kunst

Solingen: Biogasanlagen für ersteigerte Kunst
"Wer bietet mehr?" Auktionator Hans-Werner Bertl zögert noch mit dem Zuschlag für das Kunstwerk, das Dr. Jan Boomers vom Vorstand des Fördervereins Städtefreundschaft mit Jinotega hier in den Händen hält. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Kunstwerke kamen im Atelier von Peter Amann bei der 29. Versteigerung für Jinotega unter den Hammer. Von Ulrike Kohl

"Weniger Geld macht Sie leichter", feuert-Hans Werner Bertl die Besucher im Atelier Pest-Projekt des Künstlers Peter Amann in den Güterhallen am alten Bahnhof an. Außerdem sei ein ersteigertes Bild die "schönste Spendenquittung überhaupt".

Zur 29. Auflage hatte der Förderverein Städtefreundschaft mit Jinotega gemeinsam mit der Solinger SPD zu seiner Benefiz-Kunstauktion eingeladen. Bis vor einigen Jahren fand diese Versteigerung stets im SPD-Parteihaus am Birkenweiher statt. Mit den Räumlichkeiten in den Güterhallen an der Alexander-Coppel-Straße hat sie nun einen Ort gefunden, der bereits beim Eintreten die Augen der Betrachter leuchten lässt. Nicht nur die zur Versteigerung kommenden Bilder hängen an den Wänden, sondern auch solche, die auf "normalem" Weg gekauft werden können. Wobei zu bemerken wäre, dass 50 Prozent des erzielten Preises dem Förderverein und seinen angestrebten Projekten zugute kommen soll.

"Kunst für Klimaschutz" steht groß auf einer Projektionswand, bevor Dr. Jan Boomers vom Vorstand des Fördervereins mit weiteren Dias erklärt, wozu der Erlös der diesjährigen Auktion verwendet werden soll. "In Nicaragua kochen 56,5 Prozent der Menschen mit Holz, wobei sie große Mengen Holz verbrauchen. Nicht nur die Rodung von unzähligen Bäumen, sondern auch die Gesundheitsschäden der Menschen, die in dem ständigen Küchenrauch arbeiten, sind besorgniserregend", erläutert Boomers.

Aus diesem Grund möchte der Förderverein Klein-Biogasanlagen finanzieren, um die Abholzung des Waldes zu reduzieren und die Gesundheit der Menschen zu fördern.

Zahlreiche interessierte Besucher hatten sich jetzt zu der Kunstauktion in den Güterhallen eingefunden, als Landtagsabgeordneter Josef Neumann die Veranstaltung offiziell eröffnete. "Entwicklungspolitik ist die beste Friedenspolitik", betonte er und dankte dem Vorstand des Fördervereins für seine Arbeit, bevor er an den "heutigen Mittelpunkt Solingens", den Auktionator Hans- Werner Bertl, das Mikro übergab.

Und schon ging's los: Bild Nr. 11, "Tango Argentino", für 80 Euro ausgelobt, kam für 145 Euro zu einem neuen Besitzer. Bei Nr. 8, dem "Vogelzug", bot niemand mehr als 50 Euro.

In den zurückliegenden Jahren kamen im Rahmen der Auktion als Erlös immer rund 5000 Euro zusammen. Dies ist nun sogar noch übertroffen worden, zumal es ja auch noch etwas zu gewinnen gab: Der Künstler Dirk Balke, Galerist des Gräfrather Art-Ecks, hat ein Bild gespendet, das verlost werden sollte. Die Lose kosteten zehn Euro und wurden fleißig gekauft.

Quelle: RP
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