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Solingen
Biotonne bleibt freiwillig, kostet aber Geld

Solingen. 55 Euro soll die Gebühr des Gefäßes für organischen Abfall im nächsten Jahr betragen. Von Günter Tewes

Die Biotonne liegt auf Wachstumskurs. Bei der Einführung vor eineinhalb Jahren startete die neue Sammlung mit 2300 Gefäßen, die die Technischen Betriebe Solingen (TBS) interessierten Bürgern bereitstellten. Aktuell ist die Zahl der braunen Behälter bereits auf 4286 gestiegen. Ob dies im nächsten Jahr noch so anhalten wird, muss sich zeigen. "Es bleibt abzuwarten, ob die Biotonne noch so viel Akzeptanz beim Bürger finden wird, wenn sie Geld kostet", sagte Falk Dornseifer gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Der CDU-Mann ist Vorsitzender des Zentralen Betriebsausschusses, in dem das neue Konzept in der heutigen Sitzung auf den Tisch kommt und - nach umfänglichen Vorberatungen - politisch wohl auf den Weg gebracht wird.

Danach soll für die bislang kostenlose Biotonne ab Januar 2017 eine Gebühr erhoben werden; und zwar 55 Euro fürs Jahr. Zugleich lässt sich aber an anderer Stelle sparen, denn die graue Tonne muss dann nicht mehr so groß sein: Nutzer der Biotonne können das Mindestbehältervolumen beim Restmüll von 15 auf 10 Liter pro Person reduzieren.

Unverändert soll es indes bei der Biotonne auf freiwilliger Basis bleiben. "Die Betriebsleitung setzt auf die Freiwilligkeit und die damit verbundene höhere Akzeptanz der Solinger Bevölkerung, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Qualität der gesammelten biogenen Abfälle", erklärt TBS-Betriebsleiter Martin Wegner in der Verwaltungsvorlage, die in der Ausschuss-Sitzung auf den Tisch kommt.

Zukünftig 55 Euro Jahresgebühr, aber weiterhin freiwillig - Falk Dornseifer wertet das modifizierte Konzept als die "weicheste Form" der weiteren Einführung der Bioabfall-Sammlung, zumal dadurch obendrein die Testphase um weitere zwei Jahre verlängert wird. Erst 2019 soll ein abschließendes Konzept bei der Biotonne festgezurrt werden.

"Unserer Vorteil ist, dass wir in der verlängerten Testphase immer wieder nachsteuern können," sagte Dornseifer. Eine Überlegung ist jetzt beispielsweise, dem Bürger zwei Mal im Jahr eine Grundreinigung seiner Biotonne anzubieten.

Der separaten Sammlung der organischen Abfälle selbst kann sich Solingen freilich nicht entziehen, wie der Ausschuss-Vorsitzende erklärte: "Der Gesetzgeber gibt das vor, wir müssen das umsetzen".

Apropos umsetzen: Wenngleich die Gefäße seit der Einführung im April vergangenen Jahres immer stärker nachgefragt werden, zeigt sich zugleich ein Dauerproblem: Solinger nutzen die Biotonne bislang fast ausschließlich für Grünschnitt - und eben nicht für Küchenabfälle.

Quelle: RP
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