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Solingen
"Blueshunde" spielen Songs von Rolf Lenzen

Solingen. Fritz Kappner erinnert sich genau: "Eines Sonntags in den frühen 80er Jahren schleppte mich mein guter Freund Andreas Hansen, damals Zivildienstleistender, an seinen Arbeitsplatz im psychosozialen Trägerverein." Der Mann, den Hansen vorstellte, war Rolf "der Wolf" Lenzen - und der hatte den Blues. "Ganz nach seinem offensichtlichen Vorbild Howlin' Wolf." Schnell war ein Auftritt in der Teestube Sauerbreystraße arrangiert. "Mit der selbstmitgebrachten Kiste Bier ging die Provokation schon los. Rolf stand es gut durch und es war klar, eine Band musste her", erzählt Kappner. Die fand sich zwar schnell, doch die Probleme waren vorprogrammiert, hatte Lenzen doch die Hälfte seines Erwachsendaseins in Einrichtungen, betreuten Wohngemeinschaften, die andere Hälfte im Landeskrankenhaus in der psychiatrischen Abteilung verbracht. "Gummifabrik" nannte er sie, so Kappner.

"Irgendwann rund um die Jahrtausendwende erreichte uns die Nachricht, Rolf war im Landeskrankenhaus zu Tode gekommen". Doch in einem Schuhkarton fanden sich ein paar alte Kassetten mit aufgenommenen Songs. Eine Auswahl der Lieder hat Andreas Hansen jetzt zusammen mit Klaus Hanke und Fred Puffe aufgenommen - als "Blueshunde". Die CD ist bei Valve-Records erschienen. Und die zeitlosen Songs beweisen: "Blues mit deutschen Texten geht doch", weiß Kappner. Auch wenn selbst ernannte Bluesologen und Germanisten etwas anderes behaupten würden.

(mit)
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