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Solingen
Bökmann tritt im Klinikum nach 30 Jahren ab

Solingen: Bökmann tritt im Klinikum nach 30 Jahren ab
"Am 31. Dezember wird für mich der letzte Arbeitstag sein." Hermann-Josef Bökmann (r.) hat sich die Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen nicht leicht gemacht. Das Klinikum hat dem Geschäftsführer viel zu verdanken, so Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Müller-Stöver. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Vom Pflegedienstleiter zum Geschäftsführer: Nach einem bemerkenswerten Berufsweg tritt der 62-Jährige Ende des Jahres aus gesundheitlichen Gründen ab. Von Günter Tewes

Er ist kein Mann der einsamen Führungsentscheidungen. Die Menschen müssten mitgenommen werden, sagt Hermann-Josef Bökmann. Ideen und Vorschläge der Mitarbeiter sind bei dem Geschäftsführer des Städtischen Klinikums ausdrücklich erwünscht. Der Chef des größten Arbeitgebers in Solingen mit über 1800 Mitarbeitern braucht, wie er schildert, die Diskussion im Team. "Ein Krankenhaus ist doch ein ganz besonderes Unternehmen."

In Zukunft wird das Städtische Klinikum ohne seinen Teamgeist auskommen müssen. Bökmann tritt aus gesundheitlichen Gründen zum Jahresende von seiner Position als Geschäftsführer, Vorsitzender der Betriebsleitung und Kaufmännischer Direktor ab. Erwartet wird, dass Aufsichtsrat, Beteiligungsausschuss sowie Gesellschafter seiner Entscheidung zustimmen.

"Am 31. Dezember wird für mich der letzte Arbeitstag sein." Dies hat er den Mitarbeitern gestern in einem elektronischen Brief mitgeteilt. Bökmann wird in diesem Monat 63 Jahre alt. Am 1. Oktober 1985 hat der gelernte Krankenhauspfleger als leitende Pflegekraft im Solinger Klinikum angefangen und einen bemerkenswerten Karriereweg erlebt. In zahlreichen Bereichen des Krankenhauses ist er in Führungsverantwortung gewesen. 2007 beispielsweise hat Bökmann den städtischen Eigenbetrieb verantwortlich in eine gemeinnützige GmbH umgestaltet. Seit vier Jahren ist er Geschäftsführer, davor war er Vorsitzender der Betriebsleitung. "Das Klinikum hat ihm eine Menge zu verdanken. Hermann-Josef Bökmann hat sehr viel in Bewegung gebracht", erklärten Hans-Joachim Müller-Stöver und Gisela Weih, Vorsitzender beziehungsweise stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates. "Dass das Haus heute so gut dasteht, ist wesentlich sein Verdienst." Nach Bökmanns Worten wird es bei der Geschäftsleitung einen reibungslosen Übergang geben: Die Kontinuität sei gewahrt. Zunächst übernimmt ab Januar Barbara Matthies, Leiterin der Unternehmenssteuerung, kommissarisch die Geschäftsführung. Seit zwei Jahren ist die Juristin an der Gotenstraße. Zuvor war sie mehr als zehn Jahre in einer vergleichbaren Funktion in der Geschäftsführung der Städtischen Kliniken Dortmund, einem der größten Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft in Deutschland.

Aufsichtsrat-Vorsitzender Müller-Stöver erwartet, dass Bökmanns Stelle im Herbst nächsten Jahres wiederbesetzt wird: Es erfolge nun ein normales Ausschreibungsverfahren.

"Nach mehr als 30 Jahren Dienst und Verantwortung für das Klinikum und seine Mitarbeiter bedeutet diese Entscheidung, die ich mir nicht leicht gemacht habe, auch für mich eine wichtige Zäsur", berichtete Bökmann den Mitarbeitern. Doch nach einem erneuten gesundheitlichen Rückschlag würden seine Kräfte inzwischen spürbar - für einige sicher auch erkennbar - nachlassen.

Angesichts der gesundheitspolitischen, finanziellen und strukturellen Herausforderungen braucht das Klinikum nach seinen Worten aber gerade jetzt eine Geschäftsführung, die die Aufgaben und Belastungen uneingeschränkt angehen kann. Bökmann sieht das Klinikum auf Zukunftskurs. "Das Haus hat Potenziale. Das ist alternativlos."

Quelle: RP
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