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Solingen
Bombensuche auf Dienstag verschoben

Solingen. Krankenfälle bei einer Spezialfirma führen weiter zu Verzögerungen. Evakuierungsplan für Gräfrath steht nach wie vor. Von Martin Oberpriller

Das Geduldsspiel in Gräfrath geht weiter. Nachdem bereits Anfang der Woche ein erster Termin zum Aufspüren von zwei möglichen Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg geplatzt war, hat die Stadt die Bombensuche gestern erneut verschoben. Weil die mit den Sondierungsbohrungen beauftragte Fachfirma nach wie vor mit einem hohen Krankenstand unter den Mitarbeitern zu kämpfen hat, lässt sich auch der heutige Donnerstag als Termin nicht länger halten - was zur Folge hat, dass die Spezialisten voraussichtlich erst am kommenden Dienstag, 28. November, in Gräfrath anrücken werden.

Davon geht zumindest die Stadtverwaltung aus, bei der sich die Begeisterung über diese nochmalige Verzögerung in überschaubaren Grenzen hält. Schon die erste Absage am vergangenen Montag sei "äußerst ungewöhnlich" gewesen, sagte ein Sprecher der Stadt. Denn "üblicherweise" würden "Termine für Sondierungen und eventuelle Entschärfungen zuverlässig eingehalten", hieß aus dem Rathaus, wo die zuständigen Beamten des Ordnungsamtes nun erwarten, "dass am Dienstag keine weiteren Terminprobleme zu erwarten sind".

Was tatsächlich im Interesse aller Beteiligten, vor allem jedoch für die Anwohner und Firmen in Gräfrath von Vorteil wäre. Denn sollten die Arbeiter bei ihren Bohrungen im Bereich der Straße Roggenkamp nächsten Dienstag wirklich auf Bomben stoßen, würden die Überbleibsel aus dem Krieg umgehend unschädlich gemacht werden - und Ordnungsamt, Polizei sowie Feuerwehr bliebe nichts anderes übrig, als umfangreiche Maßnahmen zur Sicherheit der Bevölkerung zu ergreifen.

So hätten in einem Umkreis von 600 Metern sämtliche dort lebende 1200 Anwohner binnen kürzester Zeit ihre Wohnungen zu verlassen. Darüber hinaus müssten aber auch rind 300 Betriebe, viele davon im Gewerbegebiet Piepersberg ansässig, geräumt werden. Und es wäre notwendig, Straßen zu sperren sowie den Verkehr weiträumig umzuleiten.

Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, hatten die Behörden bereits am zurückliegenden Montag an die 70 Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft versetzt, die sich jetzt für Dienstag ein weiteres Mal zur Verfügung halten. Zudem wird die Stadt in den kommenden Tagen Handzettel an die betroffenen Gräfrather Haushalte sowie Unternehmen verteilen, damit die Menschen von einer möglicherweise notwendigen Evakuierung nicht auf dem sprichwörtlich falschen Fuß erwischt werden, derweil das Kunstmuseum Solingen an der Wuppertaler Straße erneut als Ausweichquartier hergerichtet wird.

Dabei ist das Ordnungsamt optimistisch, dass niemand die Nacht außerhalb der eigenen vier Wände verbringen muss. Sollte sich nämlich der Bombenverdacht bestätigen, soll die Entschärfung im Verlauf des Dienstags abgeschlossen sein. "Eine Ausdehnung in die Nacht oder gar auf den Mittwoch" gelte es "unbedingt" zu vermeiden, sagte der Stadtsprecher, der zudem unterstrich, alle verantwortlichen Stellen seien bemüht, die Belastungen für Anwohner und Firmen in Grenzen zu halten.

Dies sei auch in Sachen Verkehr das Ziel, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Indes dürften im Fall einer Entschärfung erhebliche Behinderungen für die Autofahrer kaum zu verhindern sein. So wäre beispielsweise die Wuppertaler Straße aus Fahrtrichtung Innenstadt ab Höhe Schulstraße gesperrt. Und in der Gegenrichtung hätten sich die Verkehrsteilnehmer ebenfalls auf Einschränkungen einzustellen, da die Wuppertaler Straße ab der Einmündung Piepersberg geschlossen werden müsste.

Wohl ist geplant, gegebenenfalls Umleitungen über Nebenstraßen einzurichten. Allerdings sind diese Straßen für das dann zu erwartende Verkehrsaufkommen nur unzureichend ausgelegt, so dass Stadt sowie Polizei empfehlen, Gräfrath am Dienstag möglichst weiträumig zu umfahren. Autos, die von der Autobahn A 46 Richtung Solingen fahren, würden wiederum von der Polizei über den Westring auf Wuppertaler Stadtgebiet umgeleitet, hieß es aus dem Rathaus.

Quelle: RP
 
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