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Solingen
Breites Bündnis für Bahnhof Landwehr

Solingen: Breites Bündnis für Bahnhof Landwehr
Die Bahnstrecke in Landwehr. Bis 1962 gab es dort schon einmal einen Bahnhof. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Stadt will mit Kommunen aus der Region einen neuen Anlauf zu einem Bahnhalt an der Strecke Solingen-Köln nehmen. Ein neuer A 3-Anschluss steht auf der Prioritätenliste des Rathauses hingegen nicht an der ersten Stelle. Von Martin Oberpriller

Die Vergangenheit war nicht immer von Eintracht geprägt gewesen. Denn in Sachen Verkehr gingen die Ansichten der Verantwortlichen in den Rathäusern von Solingen und Langenfeld mehr als einmal auseinander. Vor allem beim Weg zu einem besseren Anschluss der Klingenstadt an die Autobahn A 3 fuhren die Stadtspitzen, aber auch die Politiker in beiden Kommunen bisweilen diametral aneinander vorbei. Doch das hindert die Verkehrsplaner nun nicht, bei einem anderen Großprojekt in Zukunft sprichwörtlich an einem gemeinsamen Strang zu ziehen.

So bestätigte ein Sprecher der Stadt Solingen gestern auf Anfrage unserer Redaktion, dass die zwei Nachbarn bei einem möglichen neuen Bahnhof Landwehr an der Bahnstrecke zwischen Solingen und Köln fortan den Schulterschluss üben würden. Dies sei in dieser Woche bei einem Treffen der jeweiligen Verwaltungsvorstände der Kommunen in Langenfeld vereinbart worden, hieß es aus dem Rathaus der Klingenstadt.

Wobei es nicht allein bei Absichtserklärungen bleiben soll. Im Gegenteil, planen beide Seiten doch, bereits in Kürze eine regelrechte Offensive für einen weiteren Haltepunkt zu starten. Deshalb wird die Stadt Solingen demnächst einmal mehr beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) vorstellig, während Langenfeld das Gespräch mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) suchen wird.

Der Hintergrund: Eigentlich schien ein neuer Bahnhof an der sowohl vom Regionalverkehr, als auch von Fernzügen genutzten Strecke südlich von Ohligs und dem Solinger Hauptbahnhof bereits zu den Akten gelegt, nachdem eine von der Bahn im Auftrag des VRR erstellte Machbarkeitsstudie erhebliche Zweifel an der Realisierung des Vorhabens geltend gemacht hatte. Beispielsweise hatten die Autoren der Untersuchung moniert, die vorhandenen zwei Gleise reichten nicht aus, einen zusätzlichen Halt an dem viel befahrenen Schienenweg zu bauen.

Das jedoch wollen die Städte nicht einfach so hinnehmen. Denn schließlich erachten sie einen Bahnhof in Landwehr sowie an ihrer unmittelbaren Grenze für dringend erforderlich, um der Verkehrsprobleme der Zukunft Herr zu werden. Was wiederum dazu führte, dass sich die Verantwortlichen in den zwei Rathäusern zuletzt Rückendeckung aus der weiteren Umgebung holten. So wurden mittlerweile der Kreis Mettmann, zu dem Langenfeld gehört, sowie die Städte Remscheid und Leverkusen für das Projekt gewonnen.

"Ein neuer Bahnhof liegt im Interesse der ganzen Region", sagte der Solinger Stadtsprecher, der darauf verwies, nun gelte es in einem nächsten Schritt zunächst einmal, die Chancen für ein drittes Gleis im Bereich Landwehr zu ergründen. "Denn immerhin müsste die Bahn AG ja die Veränderungen für einen neuen Bahnhof zahlen", so der Sprecher. Und ferner, stellte das Rathaus klar, seien noch andere Punkte zu bedenken. Zum Beispiel sei zu prüfen, inwieweit das Projekt in den infrage kommenden Prioritätenlisten auf eine aussichtsreiche Position zu bringen sei, hieß es am Donnerstag.

Bei den Solinger Grünen wurde der neue Anlauf zum Bahnhalt Landwehr derweil begrüßt. "Machbarkeitsstudie hin oder her - wir müssen Verkehrskonzepte entwickeln, die in Zukunft Bestand haben", sagte Fraktionssprecherin Martina Zsack-Möllmann auf Anfrage. Schließlich komme der Mobilität weiter eine große Bedeutung zu, unterstrich Zsack-Möllmann, deren Partei sich von Anfang an für den zusätzlichen Haltepunkt stark gemacht hatte.

Eine große Lösung für den A 3-Anschluss lehnen die Grünen hingegen ab. Und auch von der Stadt wird der Neubau einer Verbindung zwischen Autobahn sowie Viehbachtalstraße eher zurückhaltend kommentiert. Man habe bei dem Treffen mit Langenfeld festgestellt, dass die Maßnahme wieder in den Regionalplan aufgenommen worden sei, sagte der Rathaus-Sprecher. Allerdings sei unklar, ob eine neue Straße ohne Berücksichtigung im Bundesverkehrswegeplan überhaupt realisierbar sei. Man habe sich mit der Nachbarstadt verständigt, bei diesem Thema ebenfalls in Kontakt zu bleiben. Bis auf Weiteres liege der Fokus aber auf kleinen Schritten wie Flüsterasphalt auf der Strecke von Wiescheid nach Ohligs.

Quelle: RP
 
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