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Solingen
Brückenschlag

Solingen. Im Juli soll die Korkenziehertrasse durchgängig auf der kompletten Länge von 11,2 Kilometern fertig sein. Die beiden Brücken werden im Sommer montiert, der noch fehlende Belag auf Teilstücken der Trasse ebenfalls. Von Uwe Vetter

Seinen letzten Halbmarathon hat der begeisterte Jogger im November 2005 absolviert. Anfang März ist Achim Kirschner nun wieder ins Training eingestiegen. „Mit kleinen Einheiten“, meint der Geschäftsführer der Creditreform KG. Drei Mal die Woche joggt er auf der Korkenziehertrasse – vom Vogelsang bis zur Schwertsraße und zurück. „Das sind rund 6,5 Kilometer“, weiß der 50-Jährige. Er freut sich jetzt darauf, die Korkenziehertrasse nicht nur auf dem Teilstück hin und zurück, sondern künftig auch über die Brücke an der Carl-Ruß-Straße laufen zu können: Im Juli wird hier eine so genannte Fachwerktrogbrücke aus Aluminium angeliefert und montiert. Kirschner sponsert den Brückenschlag mit 60 000 Euro. Der Auftrag an eine Firma aus Süddeutschland ist vergeben, im Mai/Juni werden die Fundamente für diese Brücke gelegt.

Sponsoren ausgezeichnet

Ebenso für die Brücke an der Wuppertaler Straße. Auch hier unterstützen Sponsoren den Brückenschlag: Horst Grafweg/Christiane Gerold-Tenbuhs (Architekturbüro), Eduard Ulrich (Geschäftsführer U-Form-Verlag) und Klaus Krebs (Stahlhandel Krebs) spendeten je 20 000 Euro. Zusammen mit Kirschner wurden die vier Solinger bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres für ihr Engagement mit der Ehrennadel der Regionale 2006 ausgezeichnet.

Anfangs waren Konstruktionen aus Stahl für die beiden Brücken der Korkenziehertrasse angedacht. Doch die dafür eingeholten Angebote waren mit deutlich über einer halben Million Euro viel zu teuer. Die jetzt gefundenen Trogbrücken aus „seewasserbeständigen“ Aluminium sind nicht nur preiswerter, sondern verfügen obendrein über eine lange Lebensdauer und ein geringes Gewicht. Der Baustoff sei zudem zu 100 Prozent recycelfähig. Rund 400 000 Euro kosten beide Brücken. Abzüglich der Sponsorengelder verbleiben 280 000 Euro, Landesmittel in Höhe von 70 Prozent wurden für diese Summe nicht nur beantragt, sondern sind bereits bewilligt. Die restlichen 30 Prozent von 280 000 Euro muss die Stadt stemmen.

Gestemmt werden müssen auf der Korkenziehertrasse indes nicht nur die beiden Brücken, auch beim Belag der Trasse besteht noch Handlungsbedarf. So zwischen den Teilstücken zwischen Südpark und Gleisdreieck sowie im Bereich der Brücken Carl-Ruß-Straße und Wuppertaler Straße. Hier wird die Trasse nun im Verlaufe dieses Sommers mit dem wasserdurchlässigen Terraway-Belag ausgestattet. Das Teilstück zwischen dem ehemaligen Gräfrather Bahnhof und der Wuppertaler Stadtgrenze an der L 357n (Roggenkamp) soll gemäß einer Auflage der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Solingen als wassergebundene Wegdecke hergestellt werden. Dies, so der städtische Vermögensbetrieb in einer Stellungnahme an die am 24. April tagende Bezirksvertretung Gräfrath, sei erforderlich, weil dieses Teilstück der Korkenzieherbahn im geschützten Landschaftsgebiet liegt.

Läuft alles nach Plan, können Radler und Fußgänger sowie Jogger wie Achim Kirschner die Korkenziehertrasse spätestens Anfang August durchgängig auf 11,2 Kilometer nutzen.

Quelle: RP
 
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