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Solingen
Bücherfans strömten in den Botanischen Garten

Solingen. In der Orchideenhalle wird die Luft knapp - trotz offener Türen und aufgeklappter Oberlichter. Und entlang der Tischreihen ist kaum noch ein Durchkommen möglich. Zur vierten Bücherbörse im Botanischen Garten kamen wieder so viele Literaten und Bücherfreunde, dass das Gewächshaus förmlich aus allen Nähten zu platzen drohte.

Mit Kisten, Tüten und Taschen schleppten die Leute Bücher an, so dass die sieben großen Bankett-Tische nicht ausreichten. "Wir haben dieses Jahr extra nicht die Bierzelttische aufgestellt, weil auf die Bankett-Tische viel mehr Bücher passen", erklärt Matthias Nitsche, Vorstandsmitglied der Stiftung Botanischer Garten Solingen. Ein Drittel mehr Bücher passen auf die großen Tische, um es genau zu sagen. Trotzdem schleppte Nitsche noch vier zusätzliche Tische heran.

So gut es eben ging, wurden die Bücher sortiert. "Wir haben vorne Kisten mit Kinderbüchern und Comics", erklärt Claudia Elsner-Overberg. "Dann kommen zwei Drittel Romane aller Genres, hinten dann Reiseführer und Karten und eine Ecke mit Sachbüchern." Vom Ratgeber "Wie erziehe ich meine Katze" bis hin zum "Fachwerkhaus im Bergischen" war auch da alles geboten. Auf rund 4000 Bücher schätzte Claudia Elsner-Overberg das Angebot kurz nach dem Start der Bücherbörse.

Claudia Elsner-Overberg, nicht nur Stiftungs-Mitglied, sondern auch aktive Bookcrosserin, hatte vor vier Jahren die Idee für die Bücherbörse. "Die Bookcrosser pflegen ja den Bücherschrank an der Lesehalle", erzählt sie. "Und weil der oft vollkommen überfüllt ist, habe ich überlegt, was man anbieten könnte." Tatsächlich erlebt es die Stiftung immer wieder, dass Bücher, die nicht mehr in den Schrank passen, einfach in der Orchideenhalle abgestellt werden. "Aber hier haben wir eine automatische Bewässerungsanlage, außerdem ist es sehr feucht in den Gewächshäusern", erklärt Matthias Nitsche. Die Bücher gehen kaputt, da der Botanische Garten sie nicht sachgemäß lagern kann.

Bei der Bücherbörse hat jeder die Möglichkeit, seine nicht mehr benötigten Bücher mitzubringen und aus dem Angebot andere wieder mit nach Hause zu nehmen. "Sinn ist der Büchertausch", meint auch Bookcrosserin Silke Raschkowski.

Draußen auf der Mauer werden immer mehr Bücher ausgelegt, weil drinnen kein Platz mehr ist. Auch hier ist der Andrang groß. Menschen mit vollen Taschen kommen und gehen. "Die Bücherbörse ist ein voller Erfolg", freut sich Nitsche, der anfangs nicht mit einer derartigen Resonanz gerechnet hätte. Claudia Elsner Overberg meint: "Das ist der Beweis, dass die Solinger ein lesefreudiges Völkchen sind."

(Sue)
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