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Solingen
Bürgerdialog (fast) ohne Bürger

Solingen: Bürgerdialog (fast) ohne Bürger
Die Oberbürgermeister der drei bergischen Großstädte: Norbert Feith (l.), Burkhard Mast-Weisz (2.v.l.) und Peter Jung (M.) bei der Bürgersprechstunde in Müngsten. FOTO: mak
Solingen. Nur wenige Interessierte nutzen das Angebot der ersten gemeinsamen Sprechstunde der drei bergischen Oberbürgermeister im Brückenpark. Von Maxine Herder

Bernd Leier ist der Erste: Bereits wenige Minuten vor dem Beginn der ersten gemeinsamen Bürgersprechstunde der drei bergischen Oberbürgermeister wartet der Solinger am Samstagnachmittag vor Haus Müngsten. Er will über den öffentlichen Personennahverkehr sprechen, genauer über die Busverbindung nach Müngsten. "Müngsten könnte ein bisschen Zulauf in der Woche gebrauchen", findet der Widderter, derzeit komme man wochentags nur über Remscheid dort hin. "Wenn es hier eine Verbesserung geben könnte, würde ich das sehr begrüßen."

Norbert Feith, Oberbürgermeister von Solingen, und seine Kollegen aus Remscheid, Burkhard Mast-Weisz, und aus Wuppertal, Peter Jung, hören Leier zu, tauschen Argumente aus, ein Mitarbeiter des Remscheider Rathauses notiert sein Anliegen und seine Adresse.

Und dann bleibt es lange Zeit ruhig an den Stehtischen vor Haus Müngsten, kaum ein Bürger nutzt das Angebot der Oberbürgermeister. Dabei, sagen alle drei, würden die Bürgersprechstunden in ihren jeweiligen Städten gut genutzt. "In Remscheid biete ich die Sprechstunde einmal im Monat an. Die Erfahrung ist sehr gut, deshalb hatte ich die Kollegen gefragt, ob sie nicht Lust auf einen gemeinsamen Bürgerdialog haben. Es ist ein Experiment, bei dem wir schauen, ob Menschen kommen, wenn wir raus aus unserem Elfenbeinturm gehen und ob es Themen gibt, wo Bürger die Chance nutzen möchten, alle drei Oberbürgermeister zu erreichen. Aber wir können so etwas nur anbieten", so Burkhard Mast-Weisz.

Das sagt auch Norbert Feith: "Heute ist die Premiere. Wir stehen für bergische Themen am bergischsten aller Orte zur Verfügung. Experimente sind dafür da, dass man etwas Neues wagt. Wir nehmen jeden Bürger ernst, der heute hier hin kommt."

Der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung vermutet, dass an den städteübergreifenden Themen nicht so großes Interesse besteht. "Ich habe in meiner Bürgersprechstunde die Erfahrung gemacht, dass die Bürger eher ihre individuellen Probleme behandelt haben wollen." In der Zwischenzeit ist Karin Michels in Müngsten angekommen. Sie nehme regen Anteil am kulturellen und politischen Leben ihrer Stadt, sagt die Remscheiderin. "Die Idee einer gemeinsamen Sprechstunde ist überfällig. Wir sind so nah beieinander, da ist es wichtig, dass man bei den unterschiedlichen Plänen und Absichten auf einen Nenner kommt."

Sie hat keine konkrete Frage an die Oberbürgermeister. "Ich bin hier, weil ich Interesse bezeugen will. Und ich wundere mich, dass so wenig los ist." Die Anregungen und Fragen der Bürger, so Norbert Feith, nähmen sie mit, konkrete Fachfragen würden im Nachhinein beantwortet. Bernd Leier ist zufrieden mit seinem Ausflug nach Müngsten. "Ich habe im persönlichen Gespräch Antworten bekommen."

Quelle: RP
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