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Hückeswagen
Die Krux mit dem Bauen im Außenbereich

Hückeswagen: Die Krux mit dem Bauen im Außenbereich
Beim bislang letzten großen Neubaugebiet "Weierbachblick" hatte die Stadt laut Andreas Schröder Glück, dass die Fläche zum Verkauf stand. FOTO: Büllesbach
Hückeswagen. Ernst-Oskar Lambeck aus Straßweg verlangt eine Erweiterung der Satzung. Das ist nicht erlaubt, sagt die Stadt. Von Stephan Büllesbach

Die Einwohnerzahl der Schloss-Stadt befindet sich seit einigen Monaten wieder im Sinkflug. Das ist Anlass für Ernst-Oskar Lambeck, sich Gedanken über die Zukunft Hückeswagens zu machen. Am Bürgermonitor sagt der Landwirt aus Straßweg und frühere Kommunalpolitiker: "Die Stadt stellt kein Bauland zur Verfügung." Wer hier bauen wolle, ginge woandershin. Lambeck verweist auf Bekannte, die jetzt statt in Hückeswagen in Wermelskirchen bauen würden.

Dort, argumentiert Lambeck, sei die Außenbereichssatzung erweitert worden. Das fordert er nun auch für Hückeswagen. Deann so könnte etwa auch in Schückhausen und Bockhacken, also in unmittelbarer Nähe seines Hofs, weiter gebaut werden. Nach dem derzeitigen Stand ist das aber nicht möglich. Er selbst beginnt in Bockhacken im Frühjahr mit dem Bau eines Doppelhauses: "Das habe ich gegen den Willen der Stadt Hückeswagen beim Kreisbauamt durchgesetzt", versichert Lambeck.

Widerspruch erntet er von Bauamtsleiter Andreas Schröder. "Ich habe vor eineinhalb Jahren, nach einem Gespräch mit Herrn Lambeck, mit einer Kollegin im Wermelskirchener Rathaus telefoniert", sagt er auf Anfrage. "Die hatte verneint, dass die Außenbereichssatzung der Nachbarstadt erweitert wurde." Das ist auch aktuell der Sachstand.

Schröder zitiert seinen Professor, der einst gesagt hatte: "Im Außenbereich gibt es ein Bauverbot." Ausnahme gebe es nur für Forst- und Landwirte. Das sei ein Bundesgesetz, stellt der Bauamtsleiter klar. "Ich halte das für richtig." Schröder verweist auf den Paragrafen 35 des Baugesetzbuchs, Absatz 6. Darin ist geregelt, was im Außenbereich möglich ist und was nicht. Früher habe die Stadt Neubauten im Außenbereich genehmigt, doch irgendwann hätte die Bauaufsicht das nicht mehr erlaubt mit den Hinweis, dass das durch den Paragrafen 35 nicht gedeckt sei. "Deshalb können wir Neubauten im Außenbereich nicht mehr genehmigen", betont Schröder.

Dass Lambeck in Bockhacken einen Neubau errichtet, bestätigt er. "Dazu haben wir als Stadt aber unser Einverständnis gegeben", stellt Schröder klar. Über dieses Bauvorhaben habe die Stadt mit der Bauaufsicht diskutiert. "Vorher stand dort eine Art Halle, die jetzt abgerissen ist. Und dort wird Lambeck nun bauen", berichtet er. Das sei rechtlich zulässig. Schröder: "Wir haben kein Interesse, Herrn Lambeck Steine in den Weg zu legen."

Aktuell haben die Planungen für das Neubaugebiet Brunsbachtal begonnen, zudem plant die Stadt Mehrfamilienhäuser im Baugebiet "Altes Archiv" an der Ewald-Gnau-Straße. Weitere Flächen hat die Stadt nach Aussage Schröders zwar im Blick, spruchreif ist aber noch nichts.

Überhaupt sei es in den vergangenen Jahren schwierig gewesen, Grundstücke zu erwerben. "Es waren teilweise keine Flächen auf dem Markt", betont der Bauamtsleiter. Für Neubaugebiete kämen aber nur Siedlungsbereiche infrage, der Außenbereich bleibt weiter tabu.

Quelle: RP
 
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