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Gemeinschaft prägt Dorfleben in Dhünn

Mobile Redaktion: Gemeinschaft prägt Dorfleben in Dhünn
BM-Redaktionsleiter Udo Teifel im Gespräch mit Dhünnern. FOTO: Moll
Wermelskirchen. Nervende Motorradfahrer, eine Kirmes, auf die sich alle freuen, die Grünpflege im Dorf - an der Mobilen Redaktion wurde gestern lebhaft diskutiert. Sorge bereitet den Dhünnschen, dass für den "Dorf-Laden" die Zukunft im Moment unsicher ist. Von Udo Teifel

Ob Hauptstraße oder Landstraße 409 - Motorradfahrer, an schönen Wochenenden manchmal 160 Zweiräder in der Stunde, trüben das positive Lebensgefühl in Dhünn und in den Hofschaften. Es sind sicher nicht alle, die Lärm verursachen, aber es macht die Masse, und es sind jene Zeitgenossen, die immer wieder Rennen fahren. Spaß, Nervenkitzel - ohne Rücksicht auf die Anwohner. Das beobachtet Günter Mikoleizig aus Halzenberg. Die L 409 sei längst eine Rennstrecke, kritisierte er gestern im Gespräch bei der Mobilen Redaktion in Dhünn.

Motorradfahrer - eines von vielen Themen, das die Dhünnschen lebhaft BM-Redaktionsleiter Udo Teifel vortrugen. Mikoleizig kritisierte, dass Entscheidungen überfällig seien; VVV-Vorsitzender Frank Jäger, bekennender Motorradfahrer, pflichtete ihm bei, ließ aber auch wissen, dass die Polizei oder der Kreis mit zwei Blitzanlagen Raser kontrollieren - Anfang der Woche erst am Freibad in Dhünn.

Für den "Dorf-Laden" in Dhünn wird ein Nachfolger gesucht. FOTO: Teifel

Natürlich waren auch die Auflagen zur Dhünner Kirmes ein Thema. 15.000 bis 18.000 Euro, so Rolf Felder (VVV), hatte die Genehmigung für die Anbringung des Lastenfallschirms und neue Verankerungen gekostet - zu viel. "Wie es weitergeht, werden wir nach der Kirmes klären", sagte Felder. Und dass an der Mosel 300 Trecker ohne "Engelchen" durch ein Dorf zogen, wie Wolfgang Weber (MGV Dhünn) berichtete, sorgte dann für Zornesröte. In Dhünn war der Umzug für Sonntag abgesagt worden.

Frank Steinhaus kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum nicht das neue Hallenbad auf dem Areal des ehemaligen Freibades gebaut wird. Es gebe eine Busanbindung, Parkplätze, und eine Sauna könnte man auch bauen. In Lennep seien zudem die Stadtwerke der Betreiber - "warum wird hier nicht die BEW mit eingebunden?"

"Unsere Jugend fühlt sich gegenüber anderen Stadtteilen benachteiligt", gab Jäger ein Stimmungsbild wieder - hier geht's hauptsächlich um den Aschenplatz an der Staelsmühle. "Das habe ich auch so dem Bürgermeister mitgeteilt." Im SSV Dhünn, so hieß es gestern, habe man inzwischen einen Kunstrasen-Ausschuss gegründet. Jäger optimistisch: "Wir kriegen die Groschen für einen neuen Platz zusammen."

Die Grünpflege im Dorf ist ein heikles Thema. "Man hat uns die Straßenbäume hingestellt, aber wie sollen wir sie schneiden?", fragte Felder. Jäger relativierte: "Alle zwei bis drei Jahre schneidet die Stadt. Das ist vereinbart."

Der VVV-Vorsitzende ist eigentlich stolz, wenn's um die Pflege geht. "Viele Baumscheiben werden von Bürgern gepflegt. Hut ab. Die Männer und Frauen sind mit Herzblut dabei. Und auch das Unkraut wird von vielen aus dem Pflaster der Bürgersteige gekratzt."

Als lobendes Beispiel nannte er Julian Rüsing (23), der von sich aus den Bürgersteig rund um die Dorfeiche und vor der Kirche vom Unkraut befreite. "Das macht Dhünn aus: Es wird nicht geredet, es wird angepackt", sagte Wolfgang Weber. Dass eine gute Gemeinschaft herrsche, bestätigten alle. "Nur die Infrastruktur könnte besser sein", meinte Jäger.

Und schon wurde das Hauptthema angesprochen, das die Dhünner beschäftigt: Burkhard Brach sucht einen Nachfolger für seinen "Dorf-Laden". "Es wäre ein Trauerspiel, wenn wir niemanden finden würden", sagte Friedel Burghoff. Er forderte alle auf, sich umzuhören - wohlwissend, dass es schwierig werde. Einen Seitenhieb auf die ortsansässigen Parteien gab's dann noch von Frank Jäger. "Die Parteien kümmern sich wenig ums Dorf." Der neue CDU-Ortsverband habe zwar jetzt einige Rundgänge unternommen, um Themen auf den Weg zu bringen - aber sonst sehe man Vertreter nur zur Kirmes und im Wahlkampf. Was Jäger auch kritisierte, sei die mangelnde Eigeninitiative der Stadt im Dorf. "Wenn wir was anzeigen, wird schon gehandelt. Aber sonst kommt von der Verwaltung wenig. Auch nicht von den Parteien."

Alle waren sich einig: Dhünn ist lebenswert. Und es sei viel los - dank der Vereine und der Ehrenamtlichen. "Jeder, der in die Gemeinschaft möchte, wird auch aufgenommen. Er muss es nur wollen", sagte Jäger zur manchmal schwierigen Mentalität der Dhünnschen. "Wir sind auch nicht beleidigt wegen der Auflagen. Wir freuen uns jetzt aufs Wochenende und wollen ein schönes Fest feiern."

Quelle: RP
 
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