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Solingen
Bunte Bilder von lustigen Pelzwesen

Solingen: Bunte Bilder von lustigen Pelzwesen
Konzentriert bei der Sache: (von links) Maja (3) und ihre Schwester Emma (7) machen mit beim Kindermalfest im Theater und Konzerthaus. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Die Geschichte von Mara und dem Zosch inspiriert die Kinder beim 29. Mal und Klangfest zu farbenfrohen Werken. Von Maxine Herder

Die Geschichte von Mara und ihren neuen Freunden, den kunterbunten Zoschs, die in einer Höhle unter dem alten Solinger Hauptbahnhof leben, zieht die Mädchen und Jungen von Anfang an in ihren Bann. Mucksmäuschenstill verfolgen sie beim 29. Mal- und Klangfest am Samstag von ihren Sitzplätzen auf der Treppe im Theaterfoyer die Geschichte rund um diese Freundschaft und eine ganz besondere Rettungsaktion, die die Künstlerin Dagmar Stöcker ihnen vorliest. Gleich danach geht es für die Kinder zwischen vier und 14 Jahren an die langen, mit Folie ausgelegten Maltische: Auf hochwertigem Papier und mit Künstler-Acrylfarbe können sie hier bestimmte Szenen oder Motive aus der Geschichte "Mara begegnet dem Zosch" nachmalen.

Der Fantasie der kleinen Künstler sind dabei keine Grenzen gesetzt: Die achtjährige Angela, die schon zum vierten Mal beim Malfest ist, malt die stillgelegten Gleise des alten Hauptbahnhofs. An der Geschichte, sagt Emil, hätten ihm die Zoschs am besten gefallen. Und das sieht man seinem Bild an: Etliche Zoschs hat er gemalt, neben einem gelben Zosch mit langen roten Haaren steht ein grüner mit einer blauen Mähne. "Die bunten Haare finde ich lustig", sagt der Vierjährige. Die achtjährige Beyza ist zum dritten Mal bei dem vom Kulturmanagement veranstalteten Fest. Die Bilder aus den vergangenen Jahren hat sie Zuhause aufgehängt, erzählt die Zweitklässlerin. Sie hat eine ganze Szene aus der Geschichte nachgemalt, "hier ist der Bahnhof, da der Uhrenturm, hier der Aufzug, das ist ein Bagger, und in die Mitte kommt noch der große Zosch", erzählt sie. Die Geschichte habe ihr gut gefallen: "Sie war richtig spannend", sagt das Mädchen. Auch Emma hat die Geschichte gut gefallen: In ihrem Bild finden sich Mara, der Zosch und die Eisenbahnschienen wieder. "Ich male gerne, deshalb finde ich das Fest auch toll", sagt die Siebenjährige. "Die Kinder hören zu und leiten direkt etwas ab aus der Geschichte, sie kreieren etwas Eigenes, das finde ich gut", sagt Magdalena Späth, die Mutter von Emma.

"Es ist verblüffend, was für eine Vielfalt an Motiven die Kinder entwickeln, das erstaunt mich immer wieder", sagt die Künstlerin Dagmar Stöcker. Gemeinsam mit dem Komponisten Thomas Taxus Beck hat sie das Mal- und Klangfest nicht nur organisiert, sondern auch - wie in jedem Jahr - die Geschichte selbst geschrieben. "Der Reiz für die Kinder sind bestimmt die Materialien, aber auch, die Geschichte aktiv auf mehreren Ebenen erleben zu können", ist sie überzeugt. Beim Malfest gebe es keinen Leistungsdruck. "Für die Kinder ist es eine gute Erfahrung, ihr Gestaltungspotenzial zu erkennen, zu sehen, wie sie alleine ein weißes Blatt mit Leben füllen können. Das nehmen sie auch mit in andere Situationen", so Stöcker. Auch im Konzertsaal nebenan können sich die Mädchen und Jungen kreativ ausleben: Hier wird vor dem Aufnahmegerät von Thomas Taxus Beck gezischt, geschnippt, laut gezählt, geklatscht oder gesungen, so entsteht am Ende das Hörspiel zur Zosch-Geschichte. Die CD kann in rund zwei Wochen beim Kulturmanagement abgeholt werden.

Quelle: RP
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