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Solingen
Burger Schützen setzen auf Technik

Solingen: Burger Schützen setzen auf Technik
Franz Breckerfeld, Vorsitzender des Burger Schützenvereins, am neuen Schießstand. FOTO: Martin Kempner
Solingen. In der Sportanlage Oberburg öffnet im Oktober offiziell die erste elektronische Schießsportanlage in Solingen. Der 1734 gegründete Schützenverein Burg hatte den Raum zuvor von der Stadt übernommen. Von Alexander Riedel

Traditionalisten in der Gemeinde der Schützen müssen sich an diesen Anblick wohl erst gewöhnen: Beim Betreten des Schießstandes im Keller der Sportanlage Oberburg fallen dem Gast sofort fünf kleine Monitore ins Auge. Zehn Meter dahinter hängen, vor grünlich schimmerndem Hintergrund, die modernen Zielscheiben. "Dieses System gab es in Solingen bisher überhaupt noch nicht", betont Franz Breckerfeld, Vorsitzender des Burger Schützenvereins 1734.

Der hatte zeitweilig um seine Anlage an der Talsperrenstraße gebangt: Die Stadt Solingen als Eigentümer wollte sie eigentlich aus wirtschaftlichen Gründen abreißen lassen. Dann hätte der Verein nur noch den Luftgewehrschießstand in der sanierungsbedürftigen Turnhalle an der Hasencleverstraße nutzen können, in dem sonst die eigene Jugend aktiv ist. Um den Kleinkaliberstand in Oberburg auf eigene Rechnung erhalten zu können, hätten die Schützen jedoch tief in die Tasche greifen müssen - zu tief, wie Franz Breckerfeld klarstellt: "Allein die erforderliche neue Be- und Entlüftungsanlage hätte weit über 30.000 Euro gekostet." Die Kosten gaben schließlich den Ausschlag für den neuen 10 Meter-Druckluftstand. "Bei den Luftgewehren braucht man keine Absaugvorrichtung", erklärt der Vorsitzende des Vereins, der den Schießstand von der Stadt übernahm. "Auch Dreck und Schmutz fällt hier nicht in dem Maße wie in anderen Ständen an", nennt er einen weiteren Vorteil der nahezu wartungsfreien Neuerwerbung. Die Kleinkaliberschützen weichen nach der Umgestaltung des Oberburger Schießstands in die Räume des Lenneper Schützenvereins 1805 aus.

Für Gesamtkosten von rund 20.000 Euro installierten die Schützen nicht nur die neue Anlage, sondern sanierten den gesamten Raum, vom Bodenbelag über die Dämmung bis zum Notausgang. Bei den Arbeiten packten die Vereinsmitglieder fleißig mit an. "Ein Schützenbruder hat mit seiner Firma sogar das neue Schießsystem angebracht", berichtet Breckerfeld.

Die Reaktionen unter den insgesamt 80 Mitgliedern seien überwiegend begeistert gewesen, erzählt der Vereinsvorsitzende. Für Irritationen unter den ersten Schützen, die auf dem Schießstand ihr Ziel anvisierten, hätte nur der Umstand gesorgt, dass sofort mit dem Schuss das Ergebnis sichtbar wird. Offiziell einweihen will der Verein seine Anlage in einer Feierstunde Mitte Oktober: Eingeladen sind dann Vertreter aus Politik und dem Stadtdienst Sport, die das Vorhaben des Vereins unterstützten.

"Wenn man sorgsam mit der Anlage umgeht, bleibt sie mindestens 20 Jahre funktionstüchtig", sagt Breckerfeld. Der technologische Fortschritt soll in der Sportanlage nicht nur auf dem Schießstand Einzug halten, kündigt der Vorsitzende des Schützenvereins an: "Als nächstes wollen wir die alte Heizung durch ein neues System ersetzen."

Quelle: RP
 
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