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Solingen
Café mit Herz im Gemeindezentrum

Solingen: Café mit Herz im Gemeindezentrum
Mechthild Stackler, Thea Eickenberg, Olinda Jurtschuk und Rita Heinrich (v.l.) vom ehrenamtlichen Helferteam bereiten das Frühstück vor im Café Herz der evangelischen Kirchengemeinde Mangenberg. Bis zu 50 Gäste kommen zum Frühstück. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Seit rund sieben Jahren betreibt eine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern das Café für Bedürftige in Mangenberg. Von Maxine Herder

Schon bevor das Café Herz am Freitagmorgen um 9 Uhr öffnet, stehen die Menschen in einer langen Schlange vor der Tür: Frauen und Männer, Jüngere und Ältere, einige, die regelmäßig herkommen, und andere, die zum ersten Mal da sind. Menschen, deren Geld kaum zum Leben reicht. Im Gemeindezentrum Mangenberg der evangelischen Kirchengemeinde Wald, das alle 14 Tage für ein paar Stunden am Vormittag zum Café Herz wird, bekommen sie ein kostenloses Frühstück, haben die Möglichkeit, beisammen zu sitzen, sich auszutauschen, können die Sorgen, die Nöte, die Ängste vergessen, die sonst ihren Alltag bestimmen.

"Es gibt viele Mittagstische für bedürftige Menschen, aber kaum Frühstücksangebote. Mir ist es wichtig, dass die Menschen hier ein Frühstück bekommen. Ich sehe es als unsere Aufgabe an, ihnen eine Freude zu machen", sagt Thea Eickenberg vom Presbyterium der Gemeinde, die das Café vor rund sieben Jahren ins Leben gerufen hat. Bereits um viertel nach sieben an jedem zweiten Freitag ist sie im Gemeindezentrum, richtet mit vier weiteren Ehrenamtlerinnen und Gemeindeschwester Brigitte Herrmann Wurst- und Käseplatten her, füllt die großen Brotkörbe, stellt Tische und Stühle auf, kocht Kaffee und Tee.

Die Bäckereien Stöcker und Lubrich spenden Brötchen, Brot und Kuchen, alles andere, von Marmelade und Butter bis zu Wurst und Käse, finanzieren die ehrenamtlichen Helferinnen.

Regelmäßig unterstützt sie noch ein älterer Herr, der Obst und Joghurt für die Gäste im Café Herz spendiert. Was nach dem Frühstück übrig bleibt, können die Gäste mit nach Hause nehmen. Manchmal, sagt Thea Eickenberg, kämen bis zu 50 Menschen, etwas über 20 sind es an diesem Morgen.

An einem großen Tisch sitzen zwei Frauen beieinander, die eine 50, die andere 65 Jahre alt, sie kommen regelmäßig ins Café, haben sich hier kennengelernt, sind Freundinnen geworden. "Hierher zu kommen, bedeutet Abwechslung, Leute kennenzulernen", sagt die Jüngere, "wir bauen uns gegenseitig auf." Sie fühle sich wohl im Café, sagt die Ältere, so komme sie raus, sitze nicht nur Zuhause. Sie strahlt, als sie erzählt, dass sie dem ehrenamtlichen Team regelmäßig etwas hilft. "Ich putze, helfe beim sauberhalten, ich mache das sehr gerne, so hat man eine Aufgabe." Zudem werden Handarbeiten, die sie gefertigt hat, in der Gemeinde verkauft, kürzlich gingen alleine dadurch 37 Euro an das Café Herz. "Als ich das gehört habe, habe ich mich so gefreut."

Es ist den Helferinnen wichtig, dass ihre Gäste es schön haben, dass sie gemütlich beisammen sitzen können. Jedes Mal werden die Geburtstagskinder der vergangenen zwei Wochen geehrt und erhalten ein kleines Geschenk. Weihnachten gibt es eine Weihnachtsfeier und Geschenke für alle.

"Meistens ist die Stimmung einfach sehr schön", sagt Mechthild Stackler. Als sie vor zweieinhalb Jahren in Rente gegangen ist, war für sie klar, dass sie fortan ehrenamtlich arbeiten wollte. "Ich möchte denen etwas abgeben, denen es nicht so gut geht", sagt sie. Und sie bekommt auch etwas zurück: "Die meisten Leute sind sehr dankbar, unheimlich nett und freundlich."

An einem Tisch am Rand sitzt ein 52-Jähriger, nach langer Zeit ist er das erste Mal wieder im Café. "Ich konnte lange nicht kommen, weil ich gearbeitet habe. Früher war ich regelmäßig hier ", erzählt er. Man finde Gesellschaft im Café, könne sich austauschen. "Gerade Feiertage wie Weihnachten sind ganz komische Tage, wenn man alleine ist. Da ist es schön, herkommen zu können."

Quelle: RP
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