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Solingen
Caritas baut ihre Projekte weiter aus

Solingen. Dem katholischen Wohlfahrtsträger fehlen für einige Angebote noch Gelder zur langfristigen Finanzierung. Ein Schwerpunkt für 2016 wird unter anderem die Arbeitsvermittlung. Von Benjamin Dresen

"Eine ganze Menge Dinge" sind es, die den Caritas-Verband Solingen-Wuppertal in diesem Jahr beschäftigen werden. Viele der Projekte hat der katholische Wohlfahrtsträger 2015 begonnen, und sie sollen in diesem Jahr weitergeführt und ausgebaut werden, wie Caritas-Direktor Dr. Christoph Humburg berichtet. Ein "wichtiger Schwerpunkt" ist das Thema Arbeitsvermittlung und Integrationsjobs. "Es geht nicht nur darum, Geld zu verdienen, sondern auch um Selbstwertgefühl, Sinnstiftung und Tagesstruktur", erklärt Christoph Humburg. Hier ist etwa die gemeinsam mit der Diakonie betriebene Bahnhofsmission in Solingen zu nennen oder der Stromsparcheck, bei dem frühere Arbeitslose als Energieberater Bürger mit geringem Einkommen unterstützen.

Ein anderes Projekt zusammen mit dem Jobcenter begleitet Arbeitssuchende, deren Arbeitshindernis eine Suchterkrankung ist. Hierfür soll noch mehr Personal geschult werden. Zu diesem Aufgabenfeld gehören außerdem Bewerbungscoachings oder der Jobbasar zur Integration männlicher Migranten in den Arbeitsmarkt. "Viele der Projekte waren zuerst befristet, aber wir haben Verlängerungen erreicht", freut sich Humburg.

Das Familienhilfezentrum an der Neuenhofer Straße in Höhscheid will seine Angebote noch stärker in der Öffentlichkeit bekannt machen. Dazu zählt auch das Projekt "Drachenflieger", in dem Kinder suchtkranker Eltern unterstützt und betreut werden. Bis zu acht Kinder besuchen die Gruppe regelmäßig. Hier steht die Caritas vor dem Problem, dass sich noch kein Kostenträger gefunden hat, der das Angebot dauerhaft finanziert. Ausgebaut werden soll außerdem das gemeinsame Angebot "Gastfamilien" mit dem Stadtdienst Jugend. Hierbei kommen Jugendliche, die in schwierigen Lebenslagen aus ihrer Familie herausgenommen werden, vorübergehend in einer Gastfamilie unter.

Gelder akquiriert werden müssen auch für das im letzten Jahr mit Diakonie und Bethe-Stiftung gestartete Kinder- und Jugendhospiz Burgholz. Damit ebenso Eltern, Geschwister und Kinder, die noch ohne Diagnose sind, dort unentgeltlich bleiben können, werden im Jahr 600.000 bis 800.000 Euro benötigt.

Recht weit vorangeschritten sind die Pläne für die sanierungsbedürftige Kita Don Bosco in Ohligs. Nachdem ein Neubau oder ein Verbleib an der Elsässer Straße diskutiert wurden, favorisiert die Caritas mittlerweile die Sanierung und den Umbau des bestehenden Gebäudes. In diesem Jahr soll definitiv eine Entscheidung fallen. In der Kita Don Bosco und in der Kita Nazareth in Aufderhöhe soll weiter am Bildungsprofil gearbeitet werden. Beide Einrichtungen sind bereits als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert.

Bedeutend wird in diesem Jahr weiterhin die Arbeit mit Flüchtlingen bleiben. Um die Integration der Menschen zu erleichtern, werden Dienste und Einrichtungen zusammengeführt, etwa im Caritas-Zentrum in der Ohligser Ahrstraße. Hier arbeiten der Fachdienst Integration, die Suchtberatungsstelle und die "Praxis ohne Grenzen" von Dr. Christoph Zenses Tür an Tür.

Quelle: RP
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