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Solingen
CDU: Holzhäuser sollen in Kitas umgewandelt werden

Solingen. Nach dem großen Flüchtlingsandrang im vergangenen Herbst sowie in den ersten Monaten des laufenden Jahres kommen zurzeit auch nach Solingen immer weniger Menschen, die um Asyl bitten oder Schutz vor Bürgerkriegen suchen. Aus diesem Grund gibt es jetzt Überlegungen, zumindest einen Teil der im Zuge der Flüchtlingskrise geplanten und gebauten Holzhäuser nicht mehr mit Geflüchteten zu belegen, sondern in den Gebäuden vielmehr neue Kindertagesstätten einzurichten. Von Martin Oberpriller

Entsprechende Pläne bestätigte gestern Nachmittag Carsten Voigt, Fraktionsvorsitzender der CDU im Solinger Stadtrat, im Gespräch mit unserer Redaktion. "Eine solche Nutzung macht auf jeden Fall Sinn", sagte Voigt, der das Thema dementsprechend schon vor einiger Zeit bei den zuständigen Stellen im Solinger Rathaus auf die sprichwörtliche Tagesordnung setzte.

Nach den Vorstellungen der Christdemokraten kommen für eine Umwidmung der Bauten zunächst einmal die Holzhäuser an der Nibelungenstraße in Gräfrath sowie an der Neuenkamper Straße in Höhscheid in Frage. Denn immerhin, so Carsten Vogt am Montag, sei es bereits von Beginn der Planungen an das erklärte Ziel von Politik und Verwaltung in Solingen gewesen, die Häuser in Modulbauweise nach einem Ende des großen Flüchtlingszustroms in einer solchen Form weiter zu nutzen.

"Auf diese Weise erhalten wir schon jetzt die Möglichkeit, zwei neue Kitas zu schaffen", betonte CDU-Mann Voigt, dessen Partei sich zu Anfang des Jahres bei der politischen Diskussion um die Flüchtlingshäuser noch gegen die Realisierung der Standorte Nibelungenstraße und Neuenkamper Straße ausgesprochen hatte.

Tatsächlich erscheint es relativ wahrscheinlich, dass die zuständigen Stellen bei der Stadt dem Vorschlag der CDU folgen werden. Denn so erhält die Verwaltung die Gelegenheit, in der Angelegenheit doppelgleisig fortzufahren. Zum einem würde zunächst einmal dringend benötigter Raum für die Betreuung von kleinen Kindern in neuen Kindertagesstätten geschaffen. "Zum anderen stünden die Häuser aber nach wie vor zur Verfügung, sollte die Zahl der Flüchtlinge in Zukunft wieder ansteigen", betonte CDU-Fraktionschef Carsten Voigt.

In den vergangenen Monaten sanken die Quoten der nach Solingen kommenden Männer, Frauen und Kinder spürbar. Und auch die Anzahl jener Flüchtlinge, die der Stadt vom Land im Rahmen der Erstaufnahme zugewiesen wurden, ging so weit zurück, dass zuletzt die Notaufnahmestelle des Landes im alten Finanzamt an der Goerdelerstraße mit Wirkung zum 1. August geschlossen wurde.

Die Stadt selbst hatte ihre zunächst zugrunde gelegte Schätzung von fast 5000 Flüchtlingen für das gesamte Jahr 2016 bereits zu Beginn des Sommers nach unten korrigiert. Beispielsweise waren die Verantwortlichen im Solinger Rathaus danach davon ausgegangen, dass pro Monat nur noch rund 100 Menschen in der Klingenstadt ankommen würden. Gleichwohl kann niemand prognostizieren, wie lange der Zuzug derart moderat bleibt. "Angesichts von Krisen wie etwa in der Türkei können die entsprechenden Zahlen sehr schnell wieder nach oben gehen", betonte auch CDU-Mann Voigt.

Quelle: RP
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