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Solingen
Central-Schüler wählten schon am Donnerstag

Solingen. Die Bundestagswahl hat schon stattgefunden. Zumindest an der Hauptschule Central. Dort haben am Donnerstag 280 Schüler aus den Klassen 8 bis 10 der Guntherstraße ihre Stimme abgegeben – bei der Juniorwahl. Von Günter Tewes

In einer Wahlkabine, wie sie auch am Sonntag in einem der Solinger Wahllokale aufgestellt sein wird, haben die Jugendlichen ihre beiden Kreuzchen für die Erst- und Zweitstimme gemacht; und zwar auf dem gleichen Wahlzettel, den auch Eltern am Wohlsonntag benutzen.

Demokratie der praktischen Art heißt das Unterrichtsprojekt, um die Schüler auf ihre Rolle als mündige Bürger vorzubereiten. Die bundesweite Juniorwahl ist das größte Projekt zur politischen Bildung. "Wir nehmen schon zum dritten Mal teil", sagt Ulrike Schüller-Baschke. Die Lehrerin für Geschichte und Politik betreut das Projekt. "Das ist spannend", betont die Pädagogin. Denn die Schüler diskutieren im Unterricht nicht nur über die Personen und Programme der Parteien, sondern müssen sich auch selbst entscheiden, wem sie ihre Stimme geben.

Realitätsnah – dies ist das Prinzip der Juniorwahl, bei der der Computerraum der Schule zum Wahllokal wird. Zuerst geben die Schüler ihren Wahlschein, der von den Wahlhelfern im Wählerverzeichnis abgeglichen wird, ab. Mit dem persönlichen Wahlschlüssel öffnen sie schließlich am PC in der Wahlkabine den Stimmzettel. Dann hießt es zunächst abwarten: Die Ergebnisse ihrer Juniorwahl werden erst am Sonntag nach 18 Uhr mit den ersten Hochrechnungen veröffentlich.

Montag vergleichen die Schüler das Ergebnis der Wahl an ihrer Schule mit dem Ausgang der Bundestagswahl. Lehrerin Ulrike Schüller-Baschke erwartet interessante Diskussionen. Vor vier Jahren hatten die Jugendlichen jedenfalls anders gewählt als die Erwachsenen. Gut vorstellbar, dass das diesmal wieder so ist.

Ruben Dalhoff, Torhan Gülderen, Giulia Vitale und Lars Felder aus den Klassen 9 beziehungsweise 10 gehören zum Central-Wahlhelferteam und nehmen die Wahlscheine entgeben, von ihren Mitschülern aus der Klasse 8c zum Beispiel. Anette Mielentz unterrichtet Geschichte und Politik in der 8c. Sie hat mit ihren Schülern zuvor "Demokratie und Wahlen" zum Unterrichtsthema gemacht. Dabei haben sie über die Bedeutung der Erst- und Zweitstimme sowie den Bundestag gesprochen. Angesichts des aktuellen Konflikts haben sie aber auch einen Bogen nach Syrien gespannt, ein Land, in dem die Demokratie zurzeit nicht gegeben ist.

Das hat den Jugendlichen gezeigt, was es bedeutet, bei einer freien Wahl seine Stimme abgeben zu dürfen. Es sei wichtig, daran teilzunehmen, sagen die Schüler mit Blick auf die Wahlbeteiligung. "Jede Stimme zählt."

Quelle: RP
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