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Solingen
Chorgemeinschaft überzeugt mit "Sternstunden im Advent"

Solingen. Es gehört Mut und Selbstvertrauen dazu, wenn ein Solinger Chor den großen Konzertsaal für eine Musikveranstaltung mietet. Die Chorgemeinschaft Aufderhöhe aber hat eine solch große Anhängerschaft, dass es kein Risiko war, das festliche Konzert am dritten Sonntag im Advent dort zu veranstalten - auch in diesem Jahr war der Saal überaus gut besucht. Von Wolfgang Günther

Es weht seit einiger Zeit ein frischer Wind durch die Solinger Chorlandschaft. Und auch der große gemischte Chor aus Aufderhöhe wurde gehörig durchgeblasen. Mit Brigitte Schweikart ist eine neue Vorsitzende im Amt, ein neues Probelokal wurde nach einigem Suchen in der Solinger Eventfabrik gefunden, und mit der mehrfach preisgekrönten Pianistin Nadja Bulatovic steht zudem eine neue Chorleiterin am Pult. Ihr Terminkalender ist übervoll mit Terminen für Konzerte und Workshops. Eigentlich sollte der Pianistin, Korrepetitorin und Musikpädagogin kaum noch Zeit bleiben für die Leitung eines Chores, aber durch die lange Verbundenheit mit den Sängerinnen und Sängern aus Aufderhöhe sprang sie in die Bresche und übernahm auch gleich die Vorbereitung und die Gesamtleitung des Konzerts "Sternstunden im Advent".

Die festliche Ausstattung des Konzerts wurde durch die Verpflichtung von "The Chambers", den Streichersolisten der "Jungen Philharmonie Köln", noch deutlich erweitert. Dazu ergänzten die Sopranistin Julia Nikolajczyk und der Bariton Kammersänger Paul Brady das Konzert in solistischer Richtung. Der Bariton machte aus dem Auftrittslied des Figaros aus der Rossini-Oper "Der Barbier von Sevilla" gleich eine komplette, heitere Opernszene. Nadja Bulatovic konnte für die Begleitung ihres Chors den Pianisten Nenad Lecic verpflichten. Ihr Studienfreund aus Kölner Zeiten begleitete sowohl die Solisten wie die Chorgemeinschaft zurückhaltend, dabei aber äußerst präzise. Überwältigend war die vierhändige Interpretation des "Ungarischen Tanz Nr. 4" von Brahms, ein Virtuosenstück der beiden Pianisten.

Nadja Bulatovic ist Teil einer musikalischen Familie, ihre Söhne stehen am Beginn einer Karriere, Raphael (9) spielt virtuos Trompete, und der elfjährige Thalmai beherrscht die Geige sicher und einfühlsam. Beide jungen Virtuosen bekamen jubelnden Applaus für ihren Auftritt.

Aber im Mittelpunkt des Konzerts stand immer wieder der Chorgesang - und spätestens die Interpretation der Pilger aus der Verdi-Oper "I Lombardi" machte den Zuhörern deutlich, dass die neue Dirigentin intensiv mit dem Chor gearbeitet hat. Exakt erfolgten die Einsätze, und die gut 70 Sängerinnen und Sänger verbanden sich zu einer beeindruckenden und begeisternd abgestimmten Harmonie. Das Streicherensemble eröffnete den zweiten Teil mit beschwingter Ballettmusik von Peter Tschaikowsky, und diese warme, freundliche Atmosphäre setzte sich auch bei den weiteren Auftritten von Chor, Orchester und Solisten fort.

Die Chorgemeinschaft Aufderhöhe hatte festliche "Sternstunden" versprochen und der durchgehend begeisterte Applaus machte deutlich, dass dieses Versprechen mehr als gehalten wurde.

Quelle: RP
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