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Solingen
Chorvereinigung Solingen-Ohligs bot ein Fest für Ohr und Auge

Solingen. Durch den wunderschön gelungenen Umbau der Solinger Stadtkirche werden viele Chöre der Klingenstadt angezogen, zumal die Akustik der renovierten Kirche mehr als zufriedenstellend ist. Auch die Chorvereinigung Solingen-Ohligs von 1860 veranstaltete dort ihr Weihnachtskonzert, und alle Plätze in der Kirche am Fronhof waren ausverkauft.

Chordirektor Willi Winkler hat mehr als 15 Chöre betreut. Jetzt beschränkt er sich weitgehend auf die Arbeit mit der Chorvereinigung, die er seit zehn Jahren leitet. Er hat den großen, gemischten Chor zu einer begeisternden Einheit geformt, in der vor allem auch der ausgewogene Anteil der Männerstimmen erfreute. Einheitlich gekleidet betraten die Damen und Herren den lichtdurchfluteten Altarraum - das war gleich zu Beginn ein festlicher Anblick.

Der Auftakt mit der Kantate "Machet die Tore weit" von Georg Philipp Telemann war bereits die erste Begegnung mit dem fein ziselierten Gesang der 70 Sängerinnen und Sänger der Chorvereinigung. Seit fast 50 Jahren arbeitet Winkler mit der Pianistin Ursula Drießen zusammen, sie war auch diesmal die zuverlässige Begleiterin des Chors. In der opulenten Ausstattung des Konzerts leistete sich die Chorvereinigung in der vielfach preisgekrönten und weit gereisten Musikerin Nadja Bulatovic noch eine zweite Pianistin. Sie spielte am Klavier eine Nachtmusik von Chopin, dazu weitere weihnachtliche Impressionen und stellte ihre musikalischen Söhne Talmai und Rafael vor. Das Publikum war begeistert über den Auftritt der beiden jungen Stars. Rafael ist bereits im Alter von neun Jahren ein virtuoser Trompeter. Er spielte jene Melodie von Marc-Antoine Charpentier, die später zur Hymne der Eurovision wurde. Sein Bruder Talmai (11) hat sich nach anfänglichem Klavierunterricht für die Geige entschieden. Er meisterte nicht nur alle Hürden der virtuosen Meditation aus der Oper "Thais" von Jules Massenet, er wusste diese Musik aber auch gefühlvoll und eigenständig zu interpretieren.

Der Auftritt der beiden Knaben war der erste Höhepunkt im Konzert. Die Chorvereinigung spielte mit der Verpflichtung des Solinger Orchestervereins aber noch einen weiteren Trumpf aus. Das Streicherensemble des Orchestervereins gab dem Konzert noch einen weiteren feierlichen Rahmen: Es wird eben immer dann besonders weihnachtlich, wenn Violinen und Celli erklingen. Ein wenig russisches Flair mit Balalaika und Akkordeon brachten die vier Musiker des "Newa Ensembles" aus St. Petersburg in die Stadtkirche, ihr Auftritt machte das Konzert der Chorvereinigung vollends zu einem Erlebnis. Auch der Frauenchor der Chorvereinigung gestaltete einen Teil des Konzertes, und am Ende waren alle Zuhörer eingeladen zum gemeinsamen Singen von "O du Fröhliche".

Dieses Konzert hat Maßstäbe für eine vielseitige und festliche Musikveranstaltung Solinger Chöre in der Zeit vor Weihnachten gesetzt.

(wgü)
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