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Solingen
Clemens-Galerien werden Outletcenter

Solingen: Clemens-Galerien werden Outletcenter
So soll der Mühlenplatz Ende 2016 aussehen. Die heutigen gastronomischen Betriebe werden teilweise durch Länden ersetzt. FOTO: CR Investment
Solingen. Die Galerien werden in weiten Teilen komplett umgebaut. Viele alte Mieter müssen ausziehen. Die Neueröffnung ist im Oktober 2016. Von Martin Oberpriller

Es ist eines der größten Projekte der zurückliegenden Jahre in der Solinger Innenstadt - und am Ende sollen nicht allein die Clemens-Galerien ihr Gesicht verändert haben. Die in die Jahre gekommene Einkaufspassage am Mühlenplatz wird in den kommenden Monaten zu einem modernen innerstädtischen Outletcenter mit Namen "My Urban Outlet Solingen" umgebaut. Bis zur Neueröffnung im Oktober 2016 will der neue Besitzer, die Investmentgesellschaft Sunrise, einen hohen siebenstelligen Eurobetrag in die Shoppingmall stecken und so bis zu 40 neue Handelsfirmen in die City locken.

"Das ist eine sehr gute Nachricht für Solingen", sagte Oberbürgermeister Norbert Feith bei der gestrigen Präsentation der Pläne. Die Stadt erhofft sich von dem Totalumbau der Galerien, die unter anderem eine neue Fassade bekommen werden, einen Aufschwung auch für andere Teile der Innenstadt. So sei es denkbar, dass die Hauptstraße ebenfalls von dem Outletcenter profitiere, betonte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

Investor Claudius Meyer will Millionen in die Galerien stecken. Unter anderem wird die Fassade erneuert werden. FOTO: Köhlen; Grafik: CR Investment

Zunächst einmal haben aber die Bautrupps am Mühlenplatz das Sagen. Ab März werden die Galerien umgestaltet. Unter anderem ist vorgesehen, das Außenbild des Centers zu verändern. Beispielsweise sollen die roten Backsteinelemente durch grauen Klinker ersetzt werden und am Rondell werden neue Glasfassaden entstehen.

Ein aus Sicht der Investoren lohnendes Engagement. ",My Urban Outlet' kann innerhalb von 90 Minuten von über 18 Millionen Menschen erreicht werden", sagte Claudius Meyer, Miteigentümer von Sunrise sowie Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft CR Investment Management, die für Umbau und Vermietung zuständig ist. Die Firma mit Sitz in Berlin rechnet für die Zeit nach der Neueröffnung mit 1,5 Millionen Kunden jährlich - Tendenz steigend.

FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)

Damit der Umbau beginnen und die neuen Kunden später wirklich kommen können, gilt es jedoch zunächst einmal, große Teile der Clemens-Galerien freizuräumen. Zwar werden mit der Stadtbibliothek, dem Kino, dem Restaurant "Alex" sowie dem Fitnessstudio in der zweiten Etage vier sogenannte Ankermieter bleiben. Gleichzeitig müssen aber in den nächsten Wochen und Monaten etliche andere Geschäfte weichen.

"Wir werden Gespräche mit den Betroffenen führen", kündigte Investor Meyer gestern an, der gleichwohl nicht ausschloss, dass diese Verhandlungen teilweise schwierig werden könnten. Denn während einige der Altmieter bereits signalisierten, dem Neustart in den Galerien nicht im Wege zu stehen, verfügen andere Geschäfte über langfristige Verträge, die nicht ohne Weiteres aufzulösen sind.

In solchen Fällen will die Stadt helfend zur Seite springen. "Wir werden über unser Innenstadtbüro Ersatzobjekte, zum Beispiel an der Hauptstraße, vermitteln", sagte Stadtdirektor Hoferichter, der sich dadurch sogar eine Belebung weiterer, bislang eher im Abseits stehender Cityteile erhofft.

Der Investor selbst geht davon aus, schon in Kürze die ersten neuen Mieter präsentieren zu können - zumal "My Urban Outlet" ab dem kommenden Montag bei der Immobilienmesse Expo Real in München auf dem Stand der Stadt mitvermarktet werden wird.

Das Angebot im Outletcenter werde zur Stadt und zur Region passen, betonte Sunrise-Mitbesitzer Meyer. So sei geplant, vor allem Geschäfte anzusiedeln, die Outletwaren des mittleren Preissegments anböten, sagte der Investor, der darum in seinem Projekt auch keine Konkurrenz zum Hofgarten sieht. Vielmehr gelte es, das innerstädtische Sortiment zu ergänzen.

Und auch bei der Stadt ist man guter Dinge, dass das neue Outletcenter eine Bereicherung für die gesamte Region ist - obwohl in Remscheid und Wuppertal ebenfalls Outlets geplant sind. Bereits in der vorigen Woche informierte das Solinger Rathaus die Nachbarstädte, wobei seine Kollegen dort "professionell reagiert", hätten, wie Oberbürgermeister Feith betonte.

Tatsächlich sind die Remscheider und Wuppertaler Verantwortlichen von den neuen Plänen in der Klingenstadt wenig begeistert. Eine Skepsis, die die Stadt Solingen indes nicht anficht. "Bei uns kommt kein Quadratmeter an zusätzlicher Verkaufsfläche hinzu", stellte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter klar.

Quelle: RP
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