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Solingen
Das 100-Jährige wird in Ohligs gefeiert

Solingen: Das 100-Jährige wird in Ohligs gefeiert
Neuer Standort mit mehr Möglichkeiten: Markus Nippes erwarb von der Wirtschaftsförderung ein rund 2000 Quadratmeter großes Grundstück im Monhofer Feld, das Platz für ein gut 1400 Quadratmeter großes Gebäude bot. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Gebr. Nippes bezieht den neuen Firmensitz im Monhofer Feld. Immobilie in der Innenstadt wurde verkauft. Von Fred Lothar Melchior

Den Umzug hat Markus Nippes schon lange geplant: Am alten Firmensitz an der Kyffhäuserstraße - zwischen einem Block des Beamten-Wohnungsbauvereins und dem Parkhaus an der oberen Goerdelerstraße - platzte die Gebrüder Nippes GmbH & Co. KG aus allen Nähten. "Zuletzt habe ich noch fünf Garagen angemietet", sagt Nippes, der das Unternehmen, Spezialist für hochwertige Maniküre-Artikel, in dritter Generation führt. Zweiter Nachteil der citynahen Immobilie: Produktion, Lager und Verwaltung waren auf drei Ebenen verteilt.

"Jetzt ist alles ebenerdig", freut sich der 47-jährige Firmeninhaber am neuen Standort in Ohligs. Von der Wirtschaftsförderung erwarb Markus Nippes ein rund 2000 Quadratmeter großes Grundstück im Monhofer Feld, das Platz für ein gut 1400 Quadratmeter großes Gebäude bot. Errichtet wurde es in achtmonatiger Bauzeit vom Leichlinger Generalunternehmen GKW - unter Mitarbeit weiterer Firmen aus der Region wie etwa Tiefbau Lorenz und finanziert von der Stadt-Sparkasse. Nippes: "Das ist alles sehr gut gelaufen."

"Die letzte große Hürde war der Verkauf der alten Immobilie", erläutert der Geschäftsführer, der sich auch in Nachbarkommunen umgesehen hatte, aber den Ruf der Klingenstadt zu würdigen weiß: "Ich bin ein Solinger Kind." Das Gebäude an der Kyffhäuser Straße wurde von einem Solinger Unternehmer gekauft. Über die neue Nutzung ist noch nichts bekannt.

Am Straussplatz 2, so die neue Nippes-Adresse, ist dagegen alles geregelt: "Betriebsleiter Michael Spiecker und unsere rund 30 Mitarbeiter haben vom ersten Tag an kräftig angepackt, um alles wieder aufzubauen", berichtet Markus Nippes. Die Belegschaft hat fast alle Arbeitsschritte bei der Produktion der Maniküre-Artikel selbst in der Hand - von der Härterei bis zur Endkontrolle. Nippes: "Ende der Woche sollen alle Arbeitsplätze komplett angeschlossen sein." Wegen des Umzugs - auch hier waren örtliche Anbieter wie Rudzio beteiligt - hatte die Fertigung fast zwei Wochen lang geruht.

"Wir haben zum Ausgleich vorher mehr produziert", sagt Nippes. Die Premium-Produkte, die jetzt aus Ohligs kommen, werden in rund 50 Länder exportiert. Hauptabsatzweg sind Apotheken. "In Deutschland beliefern wir einen großen Teil von ihnen", erklärt der 47-Jährige. Beim Auslandsgeschäft, das etwa 60 Prozent vom Umsatz ausmacht, sind die Zeiten schwieriger geworden. Nippes: "Die letzten zehn Jahre hatten wir eine gute Umsatzentwicklung. Jetzt gibt es aber Probleme in einigen Märkten. Der russische etwa ist ganz weggefallen." In Europa bestellen die Großhändler aus den südlichen Ländern weniger, im Nahen Osten bricht das Geschäft unter anderem im Libanon weg. "Wir probieren jetzt, den Markt in den USA anzugehen. Wir haben auch Länder wie Armenien und Kasachstan dazu genommen und hoffen, den Umsatz auffangen zu können", sagt Markus Nippes.

Im Mai stellt Gebrüder Nippes auf der Messe "Gulf Dubai" aus, im Juli will man eventuell in Las Vegas präsent sein: "Wir müssen uns gegen die starke Konkurrenz aus Pakistan, China und Vietnam wappnen."

"Made in Solingen" sei aber weiter ein Pfund. "Wir haben schon Kunden zurückgewonnen, die von der Qualität der Fremdprodukte nicht überzeugt waren", betont der Firmenchef. Das Feiern wird über der Tagesarbeit nicht vergessen: Wenn alles fertig ist, will Nippes mit der Belegschaft ein Grillfest feiern. Und im Hintergrund steht bereits das große Jubiläum: 2023 besteht Gebrüder Nippes seit 100 Jahren.

Im Monhofer Feld ist es auch nach der Ansiedlung von Firmen wie Aricon und Gebrüder Nippes noch relativ ruhig - nicht zuletzt deshalb, weil das große Lager von Strauss Innovation seit einem Monat nicht mehr in Betrieb ist. Nach Auskunft von Frank Balkenhol, dem Leiter der Wirtschaftsförderung, gebe es zahlreiche Interessenten, aber noch keine Entscheidung. Unbebaut sind zudem noch etwa 17.000 Quadratmeter.

Markus Nippes wünscht sich, dass die Busanbindung trotzdem nicht ausgedünnt wird.

Quelle: RP
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