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Solingen
Das Café International feiert Geburtstag

Solingen. Seit einem Jahr ist das Café in der "Rolltreppe" von St. Josef Krahenhöhe Treffpunkt für Menschen aus vielen Nationen. Von Sandra Grünwald

Begonnen hat alles damit, dass die evangelische Gemeinde Dorp alle interessierten Menschen eingeladen hatte, die den in der Sporthalle einquartierten Flüchtlingen helfen wollten. Das Engagement färbte auf die katholische Nachbargemeinde St. Josef ab. "Es haben sich Freiwillige gemeldet", erinnert sich Ursula Winkelhoch. Gemeinsam wurde überlegt, welche Möglichkeiten der Unterstützung realisierbar seien. Schnell kam die Idee auf, ein Café zu gründen. Und schnell wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Das war vor einem Jahr. Seitdem lädt die Gemeinde jeden Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr in die "Rolltreppe" (Pfarrheim) ein zu Kaffee, Tee und Kuchen - zum Kennenlernen, Austauschen und Unterstützen. "Es wurde gut angenommen", berichtet Ursula Winkelhoch.

Inzwischen seien viele Flüchtlinge in eigene Wohnungen gezogen. "Aber sie kommen immer noch gerne, um sich zu treffen." Im "Café International" haben sie eine kleine neue Heimat gefunden. "Sie sind auch sehr dankbar und sehr hilfsbereit", betont Ursula Winkelhoch.

So würde am Ende des Treffens keine Tasse auf dem Tisch stehen bleiben und die Männer stellten die Tische und Stühle wieder an ihren Platz zurück. Dadurch, dass viele bereits Sprachunterricht hatten, sei auch die Verständigung einfacher geworden. "Die Kinder sind am weitesten." Trotzdem trauten sich viele der Erwachsenen nicht zu sprechen. "Sie haben Angst, Fehler zu machen."

Auch die Traumata der Flucht mache vielen zu schaffen. "Die meisten sind Syrer, aber es kommen auch Kurden, Iraker und Menschen aus Afghanistan." Gerade erst sei eine Familie dazugestoßen, die zu Fuß aus dem Irak geflüchtet ist. Trotzdem gebe es keine Probleme wegen der unterschiedlichen Religionen. "Es gibt keine Aggressionen und keine Diskussionen." Inzwischen wird sogar gemeinsam ein Gebet zu "Ihm" gesprochen. "Da kann sich jeder selbst denken, zu wem er betet", sagt Winkelhoch.

Doch nicht nur einen Treffpunkt haben die Flüchtlinge im Café International gefunden, sondern auch tatkräftige Hilfe. So wurde bei der Einrichtung der Wohnungen geholfen. "Wir haben Haushaltsgeräte und Möbel beschafft", erzählt Ursula Winkelhoch, "denn sie hatten ja nur die Matratzen, die sie aus den Flüchtlingsheimen mitnehmen konnten." Die Dankbarkeit sei sehr groß. "Viele haben uns eingeladen, um uns ihre Wohnung zu zeigen, und haben Spezialitäten zubereitet." Rund 30 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass das "Café International" für die Menschen offensteht. Zwischen 15 und 50 Besucher kommen an den jeweiligen Sonntagen. Und für die Kinder werden stets einige besondere Aktionen angeboten, wie zum Beispiel Popcorn machen, Waffeln backen oder malen. "Es haben sich viele Freundschaften entwickelt", freut sich Ursula Winkelhoch.

Und natürlich soll der erste Geburtstag des "Café International" morgen Nachmittag auch gefeiert werden. Dazu laden alle Ehrenamtlichen ganz herzlich ein.

Quelle: RP
 
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