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Solingen
Das Ehrenamt ist der Kitt der Gesellschaft

Solingen: Das Ehrenamt ist der Kitt der Gesellschaft
Gabriele Görtz engagiert sich für die Kirchengemeinde St. Clemens. FOTO: Sandra Grünwald
Solingen. In der Kirchengemeinde St. Clemens wird in insgesamt 13 Gruppen ehrenamtliche Arbeit geleistet. Von Sandra Grünwald

Berufsbedingt musste Gabriele Görtz mit ihrer Familie häufig umziehen. "Das erste, was ich getan habe, war, dass ich mich bei der Kirchengemeinde angemeldet habe", erzählt sie. "Ich wollte sehen, ob es Gruppen für junge Frauen und für Kinder gibt." Kontakte knüpfen und eine neue Heimat finden, das war ihr immer wichtig. "Ich bin gerne katholisch", betont sie. Das war auch in Solingen so, wo die Familie schließlich ein renovierungsbedürftiges Haus kaufte und sich in die Arbeit stürzte.

In der katholischen Gemeinde St. Clemens fand Gabriele Görtz ein Zuhause. "Ich hörte eines Tages nach der Messe, dass eine Gruppe von Jugendlichen das Jugendheim renovieren wollte, aber sie hatten keine Ahnung." Die renovierungserfahrene Gabriele Görtz entschloss sich, den jungen Leuten unter die Arme zu greifen. Zunächst bei der Anschaffung des Materials, später auch bei der Renovierung. "Die Hauptaufgabe war, sie zu motivieren." Schließlich wurden die Räume fertig, worauf alle stolz waren. Zehn Jahre später erhielt Gabriele Görtz einen Brief aus Amerika. "Da schrieb einer, der damals mit dabei war, dass er in Amerika ein Haus gekauft und es selbst renoviert habe und das habe er nur mir zu verdanken", erzählt Görtz. Eine wundervolle Würdigung ihres ehrenamtlichen Einsatzes, über die sich Gabriele Görtz sehr gefreut hat.

Einige Zeit war sie dann als Kommunionkatechetin tätig und leitete auch eine Firmgruppe. "Das war eine sehr interessante Sache und sehr inspirierend." Eine besondere Aufgabe war es, einen Schuljungen auf die Taufe vorzubereiten. Sie erinnert sich noch genau an seine Reaktion, als er zum ersten Mal in der Kirche stand, staunend vor dem großen Altar, und spontan ausrief: "Boah, was hat der einen klotzigen Schreibtisch." Zehn Jahre hat Gabriele Görtz auch die Sternsinger betreut. "Ich finde es wichtig, dass Kinder sich für andere engagieren", sagt sie, "man denkt über den eigenen Tellerrand hinaus."

Inzwischen ist sie im Vorstandsteam der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands in Solingen. "Wir haben immer noch 80 Mitglieder und sind eine ganz lebendige Gruppe", freut sich Gabriele Görtz, die sich selbst als ein Rad im großen Räderwerk der ehrenamtlichen Arbeit sieht, die in der Gemeinde St. Clemens in insgesamt 13 Gruppen geleistet wird. "Ich bin überall im Team tätig", betont sie. So ist sie im Vorstand eines der Chöre. "Es liegt mir sehr am Herzen, dass die Kirchenmusik erhalten bleibt", sagt Görtz. Im Kirchenvorstand ist sie ebenfalls aktiv. Auch im Ausschuss, der das 125-jährige Jubiläum der Kirche organisiert hat, war Gabriele Görtz aktiv. "Es war sehr viel Arbeit, aber es hat mir auch viele neue Erkenntnisse gebracht, viele Querverbindungen sind entstanden."

Auch Geburtstagsbesuche macht die engagierte Frau gerne. "Es ist nicht damit getan, sonntags in die Kirche zu gehen", erklärt sie. "Es braucht viel mehr für den Alltag, es braucht gegenseitige Unterstützung und Hilfe, aber auch Freude." Denn Glauben macht Freude. Das ist auch Gabriele Görtz sehr wichtig. Und dazu gehört das Ehrenamt. "Das Ehrenamt ist der Kitt der Gesellschaft", sagt sie, "und es macht Freude. Es ist nicht nur Opfer, Opfer, Opfer. Man bekommt auch sehr viel zurück."

Quelle: RP
 
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