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Solingen
Das Handwerk ist gut im Geschäft

Solingen. Mit 87 Prozent erreicht das Konjunkturbarometer des Handwerks in diesem Herbst einen Spitzenwert. 43 Prozent der befragten Handwerker im Bergischen beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 46 Prozent sind zufrieden. Von Uwe Vetter

Das Solinger Handwerk hat bisher ein gutes Jahr erlebt und ist im Vorfeld der mageren Wintermonate entsprechend aufgestellt. "Es gab viele Spitzen, aber auch Tiefen", sagt Kreishandwerksmeister Kai Buschhaus. Der Bauunternehmer sieht beispielsweise für sein Gewerbe bis in die Sommermonate hinein "ein sehr gutes Geschäft". Zahllose Anfragen habe es im Bauhauptgewerbe gegeben, die allerdings in der Realität angesichts von Kosten, Genehmigungen oder Finanzierungsfragen längst nicht alle umgesetzt werden konnten.

Von daher gehört zum Erscheinungsbild auch, dass einige Betriebe derzeit Kurzarbeit angemeldet haben, nachdem sie in den Sommermonaten überaus gut im Geschäft waren, so Buschhaus.

Im Ausbaugewerbe - unter anderem gehören die Bereiche Sanitär-Heizung-Klima, Schreiner, Elektriker sowie Maler und Lackierer dazu - ist die Stimmung angesichts des Immobilien-Booms allerdings hervorragend. Das positive Konjunkturklima liegt in dieser Branche bei satten 91 Prozent.

Dennoch hat das Handwerk im Bergischen laut der Herbstumfrage der Handwerkskammer Düsseldorf kräftig mit am Gesamterfolg gearbeitet. Mit 87 Prozent erreicht das Konjunkturbarometer für den Wirtschaftsraum Düsseldorf, Ruhrgebiet, Niederrhein und eben das Bergische "ein selten erreichtes Spitzenniveau".

Immerhin beurteilen 43 Prozent der befragten Handwerker im Bergischen ihre Geschäftslage als gut, 46 Prozent sind zufrieden. Insgesamt 83 Prozent gehen davon aus, dass die gute beziehungsweise befriedigende Geschäftslage auch weiter so bleibt. "Manche Handwerksbereiche, wie unter anderem Friseure, sind konjunkturfrei. Dachdecker werden es dagegen schwer haben, wenn der Wintereinbruch kommt", sagt der Kreishandwerksmeister.

Kai Buschhaus sieht trotz des Abgas-Skandals bei VW derzeit aber auch das Kfz-Gewerbe gut im Rennen. "Die profitieren sogar davon", sagt der Kreishandwerksmeister, "beziehungsweise von der ausgelösten Umrüstwelle". Immerhin bewertet rund ein Drittel der Kfz-Betriebe im Bergischen die Geschäftslage als gut, mehr als die Hälfte (51 Prozent) als zufriedenstellend. Knapp 90 Prozent erwarten zudem, dass dies in den nächsten Monaten so bleiben wird.

Sorge bereitet dem Handwerk indes die Zahl der offenen Stellen. Während das Kfz-Gewerbe Nachfrage verzeichnet und Ausbildungsplätze besetzen kann, können im Baugewerbe die angebotenen Lehrstellen zum Teil gar nicht besetzt werden. "Für die Hälfte der angebotenen Ausbildungsplätze gibt es keine Bewerber und ansonsten auch nur wenig Interessenten", bedauert Kai Buschhaus.

Der Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Andreas Ehlert, erwartet für die Wintermonate zwar Beschäftigungsstabilität im Handwerk. Aber er weiß: "Ein leer gefegter Fachkräftemarkt und der Trend zu Abitur und Studium behindern einen notwendigen Personalaufbau."

Quelle: RP
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