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Solingen
Das Musical lockt jedes Jahr aufs Neue

Solingen. Victoria Bak hat seit 2010 das Bühnenfieber gepackt. Seit ihrem Debüt als Elfjährige beim "Geist der Weihnacht" gehört die Solingerin bereits zum vierten Mal zum Ensemble. Zwei Mal pro Woche steht sie in Oberhausen auf der Bühne. Von Guido Radtke

Victoria Bak war damals direkt begeistert von der Idee, beim Musical "Vom Geist der Weihnacht" mitzuwirken. "Eine von den Mädels aus der Chor-Akademie hatte mitbekommen, dass ein Casting veranstaltet wird", blickt die Gymnasiastin auf die Anfänge im Jahr 2010 zurück. Ein Trio machte sich schließlich auf, um sich für eine der fünf Kinderrollen zu bewerben. "Den anderen beiden ist bereits auf der Rückfahrt telefonisch abgesagt worden. Bei mir kam drei Tage später der Anruf mit der Nachricht, dass ich dabei sei."

Bei ihrer Bühnen-Premiere im Alter von elf Jahren ist Victoria Bak auf den Geschmack gekommen. In diesem Winter gehört die Solingerin bei der Weihnachtsgeschichte bereits zum vierten Mal zum Ensemble. Dass sie sich in zwei Jahren gar nicht beworben hat, hatte alleine mit den Gastspiel-Orten zu tun. 2011 war es München und 2014 eine Arenen-Tour durch ganz Deutschland. Als die Ausschreibung für das diesjährige Casting in Oberhausen veröffentlicht wurde, musste Victoria Bak nicht überlegen. Sie stellte sich vor, fuhr nach Hause und bekam erneut am Dienstag darauf den Anruf der Zusage für die Rolle der Debbie.

"Schon einmal dabei gewesen zu sein, bedeutet beim Casting keinen Vorteil", sagt die 16-Jährige. Jedes Jahr werde das Musical anders präsentiert, bislang sei nie etwas gleich gewesen. "Dieses Mal ist die Bühne wie eine Manege angelegt, und einige Szenen spielen zwischen dem Publikum." Victoria Bak gibt zu, dass die Enttäuschung wohl groß gewesen wäre, wenn eine Absage erfolgt wäre. Sie genießt es, Teil einer "großen Familie zu sein, die immer wieder zur Weihnachtszeit beisammen ist". Das Mitglied der Chor-Akademie und des Kirchenchores Dorp gehört zu einer von fünf festen Kindergruppen, die sich beim "Geist der Weihnacht" abwechseln. Damit die Belastung für die Mädchen und Jungen nicht zu groß wird, sind im Wechsel jeweils zwei Vorstellungen pro Woche angesetzt. Für eine Abendshow ist die Solingerin, begleitet von einem Familienmitglied als Chauffeur, knapp sieben Stunden unterwegs und meist erst nach 23 Uhr wieder Zuhause.

"Im ersten Jahr war alles gigantisch, jetzt ist alles okay." Die Aufregung vor einem der Auftritte sei inzwischen nur noch Anspannung, das Beste zu geben. "Routine ist auch schön, weil man alles mit einer Portion Sicherheit erledigt." So reagiere sie inzwischen ganz gelassen, wenn die Texte der anderen Darsteller mal kürzer, länger oder in leicht veränderter Fassung vorgetragen werden. "In der letzten Vorstellung gab es einen kleinen Lachanfall. Da musste ich mich sehr zusammenreißen."

Ihre Rolle als älteste Tochter der Familie Cratchit sieht vier längere Szenen vor, die sie davon träumen lassen, vielleicht später den Gesang zu ihrem Beruf zu machen. "Ich würde gerne in diese Richtung studieren", sagt die Elftklässlerin der August-Dicke-Schule, die seit ihrem vierten Lebensjahr Klavier spielt. "Aber vielleicht mache ich auch etwas ganz anderes."

Quelle: RP
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