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Solingen
Das Schwert mit Flügeln soll bleiben

Solingen: Das Schwert mit Flügeln soll bleiben
Museumsdirektorin Dr. Isabell Immel präsentiert das Schwert mit Flügeln. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Um ein im Klingenmuseum geschmiedetes Schwert ankaufen zu können, startet das Museum eine Spendenaktion. Von Wolfgang Günther

Die Ausstellung "Das Schwert - Gestalt und Gedanke" zog zur Jahreswende 2015/16 viele Besucher ins Deutsche Klingenmuseum in Gräfrath. Zu dieser Ausstellung waren damals auch Schwertschmiede eingeladen worden, die im Rahmen des Xiphos-Projekts ihre eigene, moderne Interpretation des Themas Schwert verwirklichten. Xiphos ist die Bezeichnung des zweischneidigen Kampfschwerts im antiken Griechenland. Vier Schmiede und eine Schmiedin nahmen die Herausforderung an.

Durch Zuwendungen der Ulrike und Klaus Krebs Stiftung, der Stiftung Wolfgang Wüsthof und den Freunden des Deutschen Klingenmuseums konnten nach der Ausstellung drei der geschmiedeten Schwerter vom Klingenmuseum bereits erworben werden. "Wir möchten aber auch das Schwert der außergewöhnlichen Messermacher Ralf Hoffmann und Sabine Piper ankaufen. Das ist eine wirklich außergewöhnliche Arbeit", erklärte die neue Museumsleiterin Dr. Isabell Immel. Das Schwert ist ein wahres Meisterstück, "so etwas war früher in den fürstlichen Wunderkammern zu sehen", meint die Museumschefin.

Der Blick auf das Schwert von Hoffmann und Piper zieht den Betrachter sofort in seinen Bann. Die feine Klinge aus Damaszenerstahl mit einer speziellen Legierung zeigt die filigrane Struktur eines Insektenflügels. Wenn nicht schon jetzt, dann sorgen die Blüten und die aus korinthischem Erz gegossene geflügelte Elfenfigur unterhalb des Griffs endgültig dafür, dass vor dem geistigen Auge des Betrachters die Fantasiewelt von Tolkien auftaucht - das Schwert mit den Flügeln könnte von den Elben aus Mittelerde stammen. Schließlich trägt es auch den Namen "Elfentanz". Allerdings wird dieses einzigartige Schwert bald das Klingenmuseum für immer verlassen - wenn nicht das Geld für den Ankauf aufgebracht wird. "Ein anderer Käufer steht schon in den Startlöchern", teilte Frau Dr. Immel mit. Um die benötigte fünfstellige Summe zum Ankauf aufzubringen, hat sich das Museumsteam eine pfiffige Aktion ausgedacht. "Wir sammeln einfach Geld und jede Spende ist willkommen". Dazu gibt es neben einem Dankeschön auch kleine und größere Belohnungen. Schon für eine Spende von 30 Euro gibt es ein Poster des bedeutendsten Schwertes im Klingenmuseum, schon 50 Euro sorgen für ein Jahr freien Eintritt ins Museum. Für 300 Euro kann der Spender mit zwölf Personen einen eigenen Nachmittag im Depot oder der Bibliothek des Museums verbringen, und für 1500 Euro überlässt das Museum dem Spender für einen Abend den Stiftersaal, Führung durch das Museum und Sektempfang inklusive.

"Es eilt, wir haben eine Frist bis Ende September, das Schwert wurde für eine Ausstellung in unserem Museum geschmiedet, und ergänzt das Quartett der Xiphos-Schwerter ideal", hofft nicht nur die Museumsdirektorin auf eine erfolgreiche Spendenaktion und den Ankauf und Verbleib des Schwertes im Klingenmuseum.

Quelle: RP
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