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Solingen
Das tut sich 2016 in den Solinger Bezirken

Solingen: Das tut sich 2016 in den Solinger Bezirken
Für den Bezirk Mitte wünscht sich Richard Schmidt nach dem gescheiterten Car Kult-Projekt eine möglichst baldige Lösung für die Kieserling-Hallen und das Omega-Gelände. FOTO: Köhlen
Solingen. Die Großstadt Solingen feiert dieses Jahr ihren 87. Geburtstag. Trotzdem spielt sich vieles weiter vor Ort in den Stadtteilen ab. Und die fünf Bezirksbürgermeister haben auch für 2016 Pläne.

Mitte

In dieser Bauweise plant der Investor die Wohnbebauung auf dem Ohligser Stadiongelände. FOTO: BPD

Rein zahlenmäßig ist Mitte mit seinen wenig mehr als 40.000 Einwohnern hinter Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid zwar nur die Nummer zwei in der Klingenstadt. Aber für Bezirksbürgermeister Richard Schmidt (SPD) gibt es gar keinen Zweifel: Sein Stadtbezirk ist so etwas, wie das Aushängeschild ganz Solingens - weswegen den Eingangstoren zur Innenstadt in den Augen des Sozialdemokraten auch im neuen Jahr eine besondere Bedeutung zuteil werden wird.

"Ich bin froh, dass der Umbau der Konrad-Adenauer-Straße 2016 in die Endphase geht", sagt Schmidt, der sich von der Maßnahme eine Belebung der Nordstadt sowie des Theater-Umfeldes erhofft. Schließlich passieren jeden Tag tausende Autofahrer - auch von auswärts - das Nadelöhr zwischen Schlagbaum sowie Clemens-Kirche, wodurch der Adenauer-Straße in gewisser Weise die Rolle einer Solinger Visitenkarte zukommt.

Priorität in Gräfrath hat die Weiterentwicklung der Pläne, den Bereich Central aufzuwerten. FOTO: MAK (Archiv)

Vergleichbares gilt weiter südlich auch für die Kölner Straße. Nur mit dem Unterschied, dass dort die Pläne noch nicht so weit sind. Ein Zustand, der sich nach dem Willen von Richard Schmidt bald ändern soll. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht der Erhalt des kleinen Parks am Dickenbusch. "Ziel ist es, wie beim Coppelpark einen Verein zu gründen, der sich für den Dickenbusch einsetzt", sagt der Bezirksbürgermeister, der sich darüber hinaus - wie die Kollegen in der Bezirksvertretung (BV) - eine schnelle städtebauliche Lösung für die Kieserling-Hallen und das Omega-Gelände wünscht.

Während dort allerdings noch unklar ist, wie die zukünftige Nutzung aussehen wird, steht dies im Fall der Clemens-Galerien bereits fest. Das Einkaufszentrum wird 2016 zum Outlet-Center umgestaltet. Für Richard Schmidt kommt dies einem Meilenstein gleich. "Ich bin dem Investor dankbar, dass er sich in Solingen engagiert", sagt der Bezirksbürgermeister von Mitte.

Der Walder Kirchplatz soll in diesem Jahr einen neuen Pflasterbelag bekommen. FOTO: MAK

Ohligs / Aufderhöhe / Merscheid

Von einem Einkaufszentrum kann Schmidts Kollege Marc Westkämper (CDU) aus Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid hingegen nur träumen. Seit Jahren tut sich in Sachen O-Quartier nichts. Kein Wunder also, dass das Thema bei Westkämper ganz oben steht auf dem Wunschzettel für 2016.

"Es muss sich endlich etwas bewegen - besser heute als morgen", sagt der Bezirksbürgermeister. Seine Befürchtung ist, dass bei anhaltendem Stillstand weitere Kaufkraft aus dem Bezirk verschwindet. "Es fehlt nach wie vor ein Lebensmittel-Vollsortimenter", klagt Marc Westkämper, der Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid ansonsten auf einem sehr guten Weg sieht.

Immerhin hat der Bezirk mit über 41.000 Menschen die meisten Einwohner in ganz Solingen - Tendenz steigend. Auch deshalb ist geplant, auf dem Gelände des alten Union-Stadions Wohnhäuser zu bauen. Ein Vorhaben, mit dem sich inzwischen auch Fußballfan Marc Westkämper ausgesöhnt hat. "Nun ist es wichtig, dass wir dort etwas Gutes schaffen", sagt der Bezirksbürgermeister, der darüber hinaus 2016 die Ostseite des Hauptbahnhofs im Fokus sieht. Diese Gegend werde, so Westkämper, unter anderem durch den Bau des Galileums aufgewertet.

Gräfrath

Die Liste der Themen, die Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD) und seine Mitstreiter in der BV Gräfrath 2016 anpacken wollen, ist ebenfalls lang. Darauf ganz oben: die Situation am Central. "Dieses Thema wird uns weiter beschäftigen", betont Vogtländer - auch wenn zuletzt Erfolge erzielt worden seien. "Durch den Runden Tisch sind wir auf einem guten Weg. So weit waren wir am Central noch nie." Dies zeige sich in etlichen Dingen. "Viele Besitzer planen, ihre Immobilien zu entwickeln", sagt Vogtländer.

Ein weiteres Thema ist die Beschilderung nach Gräfrath. "Nachdem es gelungen ist, touristische Hinweisschilder an der A 46 aufzustellen, muss es nun um die Beschilderung von der Autobahn zum Ortskern gehen", so Vogtländer. Ein besonderes Augenmerk liegt darüber hinaus auf den Gräfrather Grundschulen: "Wir hoffen, dass sich die Umbauten an den Grundschulen Scheidter- und Yorckstraße so schnell wie möglich realisieren lassen." Überdies soll die Schulhof-Erweiterung an der Grundschule Gerberstraße in diesem Jahr in Angriff genommen werden.

Wald

Erfreulich könnte das Jahr für Wald werden. "Wir freuen uns, dass das Pflaster vor der Kirche ausgetauscht wird", sagt Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier (SPD). Im Frühjahr beginnt der erste Bauabschnitt. Und in drei Jahren sollen die ramponierten Pflastersteine komplett erneuert sein. Das Erscheinungsbild des Zentrums soll so attraktiver werden.

Damit Wald wieder mehr Leute zum Einkaufen anzieht, soll die Zahl der Leerstände sinken. Zwar kämpft der Werbering unablässig, "aber es ist sehr schwierig", so Birgit Zeier. "Wir wünschen uns mehr Bewegung und hoffen auf Fördermittel." Ein drittes wichtiges Anliegen nimmt Ende 2016 Fahrt auf: Nach zehn Jahren intensiver Bemühungen soll dann der Neubau der Grundschule Am Rosenkamp beginnen.

Burg / Höhscheid

Im Bezirk Burg/Höhscheid geht der Blick wiederum vor allem nach Burg. "Burg wird uns mehr bewegen als Höhscheid", prognostiziert Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul (SPD). Eine der wichtigsten Aufgaben sei, das Stadtteilentwicklungskonzept voranzubringen. Ganz konkret sind die Themen in Unterburg: Dort sind die Tieferlegung des Eschbachs und die Erneuerung der Mauer an der Eschbachstraße miteinander verknüpft. Unweit davon wartet die nächste Baustelle: "Wir müssen schauen, dass wir die Ruine des Beverly einem besseren Zustand zuführen", so Birkenbeul.

Wichtig ist ihm die Infrastruktur im Bezirk insgesamt. "Wir müssen uns um marode Straßenbeläge kümmern. Es kann nicht sein, dass nur Straßen erneuert werden, die von Bussen befahren sind." Hier ist mit der Erneuerung der Eichenstraße in zwei Abschnitten ein erster Schritt getan. Eine weitere Aufgabe ist der Anschluss der Außenbereiche in Widdert und an der Wupper an die Kanalisation.

Texte: Benjamin Dresen , Maxine Herder, Martin Oberpriller.

Quelle: RP
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